Kinematografie: ÖSTERREICH REAL

 

DOKUMENTARFILM IN KRISENZEITEN

Entlang des Diktums von Klaus Kreimeier, dass Krisenzeiten Treibhäuser für Dokumentarfilme seien, kreisen fünf Programme um verschiedene Konfigurationen der Krise, die der Dokumentarfilm in Österreich in den Blick genommen hat: eine Konstellation von 12 Kurz- und Langfilmen, entstanden zwischen 1972 und 2017. Innere und äußere, private, historische und systemische Krisen – meist jedoch ihr Ineinander – sind Anlass, Gegenstand oder Begleiterscheinung verschiedenster dokumentarischer Formen. Sichtbar wird so zum einen eine Formenvielfalt, die ihren Anfang noch vor dem offiziellen Bekenntnis zu einer systematischen staatlichen Filmförderung nimmt und (auch) durch diese in den letzten 40 Jahren ein Feld erstaunlichen Facettenreichtums zutage gefördert hat. Zum anderen erzählen die Krisen von der Geschichte und Gegenwart eines Landes – seiner materiellen Realität, seiner politischen Diskurse, seiner psychosozialen Verfasstheiten.

Dieses Programm bildet den ersten Teil einer Retrospektive, die das Filmarchiv Austria anlässlich der Publikation von „Österreich real: Dokumentarfilm 1981–2021“, herausgegeben von Alejandro Bachmann und Michelle Koch – den Kurator:innen dieser Reihe –, veranstaltet.

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