ZUM VERGLEICH

V'09

ZUM VERGLEICH

Harun Farocki
D/A, 2009
Dokumentarfilme, 61min, dF

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Harun Farocki
D/A, 2009
Dokumentarfilme, 61min, dF

Mit: 
Zeichnungen
Andreas Siekmann
Drehbuch: 
Harun Farocki
Matthias Rajmann
Ton: 
Matthias Rajmann
Kamera: 
Ingo Kratisch
Schnitt: 
Meggie Schneider

Produktion: 
Harun Farocki Filmproduktion Navigator Film, ZDF/3sat
Weltvertrieb: 
Harun Farocki Filmproduktion Pfarrstraße 96 1013 Berlin, Deutschland T +49 30 553 36 43 harun.farocki@farocki-film.de
Verleih in Österreich: 
Stadtkino Filmverleih Spittelberggasse 3/3 1070 Wien T 1 522 48 14 office@stadtkinowien.at
Format: 
16 mm
Farbe

In Afrika, Indien und Europa werden Ziegelsteine produziert, aus denen Krankenstationen, Kinderheime, Schulen und Wohnhäuser entstehen. Harun Farocki beobachtet die Arbeitsschritte bei der Herstellung dieses Baumaterials. Per Hand, Maschine oder Roboter wird es gegossen, gebrannt oder gepresst. Der Titel des Films teilt etwas Entscheidendes mit: Farocki bietet lediglich Material an, der Akt des Vergleichens zwischen traditioneller, früh- und hochindustrieller Gesellschaft liegt beim Zuschauer. Die kleinste Einheit, auf die sich der Film ausschließlich konzentriert, ist der Ziegelstein. Das verbindende Element sind Texttafeln, die knapp über den jeweiligen Ort und die Bauweise informieren. Ein weiterer Vergleich drängt sich auf: Die kleinste Einheit des 16mm-Bildes ist das Korn. Es verbindet sich mit jenem Pixel, der in der Schweiz am Computer generiert wird, um einen Ziegel darzustellen, ebenso wie mit der Bleistiftzeichnung einer europäischen Architektur­studentin in Indien. Analoge und digitale Bildwelten sind mehr als Informationsträger, sie sind Teil der Produktion. (Stefanie Schulte Strathaus) Um basale Dinge geht es in diesem Film, um Mensch und Arbeit, um die Bearbeitung von Materie mit Technik. Man sieht Handgriffe und Instrumente und Abläufe, die einfach aussehen und in denen zugleich jahrhundertealtes Wissen steckt. Man sieht Menschen ohne Maschinen, man sieht Menschen an Maschinen, und man sieht Maschinen fast ohne Menschen, die Stein auf Stein und Ziegel für Ziegel Wände bauen. Man sieht, wie eine neue Idee - das Brennen von Ziegeln erst im fertig hochgezogenen Haus - Fuß fasst. Man sieht Architekturstudenten des Westens, die von den Techniken Afrikas lernen wollen. Eigener Hände Arbeit heißt hier erst einmal: Abstraktion des Gesehenen in der Zeichnung. (Ekkehard Knörer)