V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

VIE NOUVELLE

V' 02

LA VIE NOUVELLE

NEW LIFE, A

Philippe Grandrieux
F, 2002
Spielfilme, 100min, OmeU

LA VIE NOUVELLE

Philippe Grandrieux
F, 2002
Spielfilme, 100min, OmeU

Darsteller: 
Anna Mouglalis
Ivana
Zack Knighton
Seymour
Marc Barbé
Zsolt Nagy
Wladimir Sintow
Drehbuch: 
Philippe Grandrieux
Eric Vuillard
Ton: 
Jean-Paul Mugel
Kamera: 
Stéphane Fontaine
Schnitt: 
Françoise Tourmen
Musik: 
Josh Pearson
Kostüm: 
Ann Dunsford

Produktion: 
Maïa Films 9 rue Rene Boulanger 75010 Paris, Frankreich T 1 53 72 84 00 pbenque@maiafilms.com
Weltvertrieb: 
Wild Bunch 47, rue Dumont d’Urville 75116 Paris, Frankreich T 1 71 76 10 00 vmaraval@studiocanal.com
Format: 
35 mm
Farbe

Vor vier Jahren drehte Philippe Grandrieux seinen kühnen und düsteren Debütfilm Sombre. Die Geschichte war allein schon packend genug, aber die wahre Kraft des Films lag in seinen verstörenden Bildern. In nachtschwarzen, halluzinatorischen Einstellungen versuchte Grandrieux, sich in den Geist eines Serienkillers hineinzuversetzen; er nahm das Publikum mit auf eine Reise in menschliche Abgründe. La vie nouvelle ist genauso verstörend und einfallsreich. Von den ersten Einstellungen an finden wir uns in Grandrieux’ Universum wieder. Körnige, mit der Handkamera gefilmte Bilder bewegen sich und tanzen auf eine Gruppe von Menschen zu, die erwartungsvoll nach oben blicken – was sie sehen, das können wir nicht erahnen. Nach dieser Eröffnung wissen wir auch nicht, wo wir sind. Es ist eine verbrannte, vom Krieg zerstörte Landschaft mit ausgebombten Häusern auf leeren Feldern, die uns an Bosnien oder Tschetschenien erinnert. Ein junges Mädchen wird aus einer Reihe von Gefangenen geholt; man schneidet ihr die langen Haare ab, und sie landet in einem Strip-Club, wo sie zur Prostituierten gemacht wird, die anonyme Kunden zu bedienen hat. Ein junger Amerikaner sieht sie und von nun an auf eine sexuelle Begegnung mit ihr aus, die den Beginn seiner Obsession für das Mädchen markiert. Es wird klar, dass die Erzählung das Letzte ist, was Grandrieux interessiert. Er ist wie ein Gehetzter auf der Suche nach Bildern für einen Geisteszustand, der nicht spezifisch, sondern universal ist. Der Film ist voller Bedrohung und Gefahr; Gewalt überschattet fast jede Begegnung. Es ist ein ungemütlicher Film, klaustrophobisch, direkt, sexuell. Er erinnert an die Gemälde von Francis Bacon oder Edvard Munch. Es gibt vielleicht zehn Sätze Dialog, in verschiedenen Sprachen. Der Look des Films ist überwältigend: Raue Bilder werden entweder entfärbt oder in üppige Farben getaucht. Selten wurde der menschliche Körper so wirklichkeitsgetreu gefilmt, in seiner Schönheit, seiner Sinnlichkeit, seinem Schrecken und seinem Zorn. Philippe Grandrieux mit seinen visionären, bezwingenden Visualisierungen ist ein wahrer Bildkünstler. (Piers Handling)

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