PHÖRPA

V'99

PHÖRPA

SPIEL DER GÖTTER

Khyentse Norbu
AUS, 1999
Spielfilme, 93min,

PHÖRPA

Khyentse Norbu
AUS, 1999
Spielfilme, 93min,

Mit: 
Orgyen Tobgyal
Geko
Kunsang Nyima
Palden
Pema Tschundup
Nyima
Drehbuch: 
Khyentse Norbu
Ton: 
Bronwyn Murphy
Kamera: 
Paul Warren
Schnitt: 
John Scott
Musik: 
Douglas Mills
Ausstattung: 
Raymond Steiner

Produktion: 
Coffee Stain Productions
Weltvertrieb: 
Hanway Films c/o Recorded Picture Company
Verleih in Österreich: 
Filmladen
Format: 
35 mm
Farbe

Wahre Begebenheiten inspirierten den Regisseur, selbst ein tibetischer Lama, zu seiner sehr persönlichen, zugleich aber auch gesellschaftspolitisch relevanten Buddhismus-im-Film-Variante. Denn in seiner Erzählung über den Alltag in einem im indischen Exil im Himalaya angesiedelten tibetischen Kloster fließen aktuelle Bezüge mit ein. Während die jungen Mönche in dieser abgeschiedenen Gegend nach alten Traditionen erzogen und auf ihre Ordination vorbereitet werden, gelangen auf geheimen Pfaden zwei Neuzugänge ins Kloster. Heimlich schicken die Eltern ihre Söhne aus dem chinesisch okkupierten Tibet ins Exil, damit sie dort angemessen in der in der Heimat verfolgten Lehre des Dalai Lama unterrichtet werden. Die Reise ist beschwerlich und nicht ungefährlich, und die Leitung des Klosters erwartet voller Sorge die Ankunft der Jungen.
Verschüchtert fügen sich die beiden in das neue Leben, schließen erste Freundschaften und erfahren, daß das mönchische Dasein so trist nicht ist. Der lebenslustige und gutherzige Orgyen ist beauftragt, Palden und Nyima einzuweisen. Das tut er mit Genuß,
findet er doch in den Neuen gleich Verbündete für seine Fußballeidenschaft, und heimlich stehlen sie sich nachts ins Dorf zur Fernsehübertragung. Doch dem strengen Aufgeher Geko entgeht nichts, und bald sind sie zum Küchendienst verbannt, was ihrer
Leidenschaft keinen Abbruch tut. Um das Endspiel Frankreich gegen Brasilien zu sehen, unterstützt Geko ihr Anliegen: Sie treiben Geld auf und leihen vom indischen Kaufmann ein TV-Set, das in letzter Sekunde erfolgreich im Kloster installiert wird und
alle vor dem Bildschirm vereint. Khyentse Norbu läßt wohl eigene Erfahrungen in sein Drehbuch einfließen. Das kommt dem Film zugute, denn zum einen ist der Blick auf den einfachen Klosteralltag gänzlich unsentimental, zum anderen von einer großen Liebe zum Sujet geprägt. (Marga Boehle)