PARAPLUIES DES CHERBOURG

V' 06

Les PARAPLUIES DES CHERBOURG

Jacques Demy
F, 1963
91min, OmdU

Les PARAPLUIES DES CHERBOURG

Jacques Demy
F, 1963
, 91min, OmdU

Mit: 
Catherine Deneuve
Nino Castelnuovo
Anne Vernon
Marc Michel
Ellen Farner
Mireille Perrey
Harald Wolff
Rosalie Varda
Hervé Legrand

Produktion: 
Mag Bodard, Gilbert de Goldschmidt
Weltvertrieb: 
Verleih in Österreich: 
35 mm/Farbe

Les Parapluies sind weder eine Oper, noch eine musikalische Filmkomödie, noch eine Operette. Es sind gesungene Dialoge, es ist Musik, die einen Text unterstützt, und umgekehrt. Alle Wörter sind hörbar, ohne dass der Schwung der Stimmen je forciert wird. Die Musik stellt daher einfache und - warum nicht - populäre und großzügige Themen dar. Es hat nichts mit, zum Beispiel, West Side Story zu tun, wenn ich auch die Playback-Technik anwenden musste. In meinem Film wird nie getanzt, dafür wird die ganze Zeit gesungen. Es ist ein Jazz-Film, oder genauer gesagt ein «gesungen - zauberhafter» Film. Jacques Demy «Arts», 1964 Der 20-jährige Automechaniker Guy liebt Geneviève, die 17-jährige Tochter einer standesstolzen Inhaberin eines Geschäfts für Regenschirme. Die beiden besingen ihre Liebe, planen ihre gemeinsame Zukunft und sind von der Unzerstörbarkeit ihres Glücks überzeugt. Als Guy erfährt, dass er zum zweijährigen Militärdienst eingezogen wird, trösten sie sich in ihrer ersten und einzigen Liebesnacht, um danach tränenreich Abschied zu nehmen. Bald muss Geneviève ihrer Mutter gestehen, dass sie schwanger ist, und zugleich feststellen, dass Guys Bild in ihrer Erinnerung immer blasser wird. Da seine Briefe aus Algerien nur selten eintreffen und zudem eher von seinen Eindrücken vor Ort handeln, schwankt sie in ihrer Liebe und lässt sich schließlich von der Mutter zu einer «besseren Partie» überreden: zur Hochzeit mit dem Diamantenhändler Roland Cassard. Als Guy nach Cherbourg zurückkehrt, ist Geneviève fortgezogen; nur mühsam findet er Halt und Trost und heiratet Madeleine, eine junge Frau, die aufopferungsvoll seine kranke Tante pflegte. Im Dezember 1963, kurz vor Weihnachten, sehen sich Guy und Geneviève für einen kurzen Moment wieder - und haben sich nichts zu sagen. Horst Peter Koll «Film-Dienst» Nr. 2/1993