V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

PALOOKAVILLE

V' 03

PALOOKAVILLE

Alan Taylor
USA, 1995
92min, OmdU

PALOOKAVILLE

Alan Taylor
USA, 1995
, 92min, OmdU

Darsteller: 
William Forsythe
Sid Dunleavy
Vincent Gallo
Russell Pataki
Adam Trese
Jerry
Gareth Williams
Ed, der Polizist
Lisa Gay Hamilton
Betty
Bridgit Ryan
Enid
Kim Dickens
Laurie
Drehbuch: 
David Epstein
Ton: 
Steve Hamilton
Kamera: 
John Thomas
Schnitt: 
David Leonard
Musik: 
Rachel Portman
Ausstattung: 
Anne Stuhler
Kostüm: 
Katherine Jane Bryant

Produktion: 
Playhouse International Pictures
Weltvertrieb: 
Samuel Goldwyn Films 1133 Broadway, # 926 New York, NY 10010, USA
Verleih in Österreich: 
Polyfilm Verleih Margaretenstraße 78 1050 Wien T 1 581 39 00 20 polyfilm@polyfilm.at
Format: 
35 mm
Farbe

«Im not talking about a life of crime, Im talking about a momentary shift of attitudes.» Die ganze schlichte Philosophie der Helden von Palookaville ist in dieses Diktum gepresst. Und die Möchtegern-Panzerknacker Sid, Russ und Jerry fügen ausdrücklich hinzu, der herrschende Ungeist mit seiner üblen Raffgier treibe sie auf die schiefe Bahn. Dass sie in einer Zeit der Schurken leben, haben die kreuzbraven Malocher ohne Jobs mit einer Promptheit begriffen, die im Allgemeinen nicht ihre Stärke ist. Wieso nicht selber auch klauen? Tun doch alle (und zwar unter Beifall). Doch wenn die drei die kriminelle Laufbahn verfehlen, so hilft ihnen auch eine momentan verschobene Einstellung wenig. Behalten täten sie die Beute nämlich schon (ausnahmsweise), bloß zufallen will sie ihnen nicht. Versehentlich brechen sie beim Versuch, einen Juwelierladen auszunehmen, in eine Bäckerei ein und naschen etwas verlegen Süßigkeiten. Derlei Missgeschick ist am Platz in Jersey City, auf der Seite des Hudson, die dem smarten Manhattan gegenüberliegt. Der Blick auf die blitzenden Wolkenkratzer hinüber täuscht: Hier, auf dem falschen Flussufer, ist das Herz von Deppenhausen. Palookaville heißt es auf Amerikanisch, nach einer Comic-Figur aus den 40er Jahren namens Joe Palooka, sprich: Einfaltspinsel. Angehende Ganoven im falschen Beruf, die sich mit ihren harmlosen Missetaten lächerlich und populär machen, gehören zu den verlässlichen Lieblingen der Kinokomik. Doch neben diesen evidenten Vorbildern inspirierten Alan Taylor auch eine Anzahl Erzählungen von Ignazio Silone. Sicher rührt es nicht zuletzt von den italienischen Quellen her, dass der Film durch unverkrampfte Naivität und herben Mangel an Hysterie und markterprobten Knalleffekten aus dem Rahmen der amerikanischen Reihenfertigung fällt. Da sucht einer das Außergewöhnliche wieder einmal im Alltäglichen, war auch an der Zeit. (Pierre Lachat)

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