LETTER FROM AN UNKNOWN WOMAN

V'06

LETTER FROM AN UNKNOWN WOMAN

Max Ophüls
USA, 1948
Spielfilme, 87min, OF

LETTER FROM AN UNKNOWN WOMAN

Max Ophüls
USA, 1948
Spielfilme, 87min, OF

Mit: 
Joan Fontaine
Louis Jourdan
Mady Christians
Marcel Journet
Art Smith
John Good
Carol Yorke
Howard Freeman
Drehbuch: 
Howard Koch
Max Ophüls nach der gleichnamigen Novelle von Stefan Zweig
Ton: 
Glenn E. Anderson
Kamera: 
Franz Planer
Schnitt: 
Ted J. Kent
Musik: 
Daniele Amfitheatrof
Ausstattung: 
Ruby R. Levitt
Charles Baker
Kostüm: 
Travis Banton

Produktion: 
Rampart Productions Universal International Pictures
Format: 
35 mm
Schwarz/Weiß
Restaurierte Fassung: Restauriert von UCLA. Gefördert von The Film Foundation

Die Geschichte einer unerfüllten Liebe im Wien der Jahrhundertwende: Ein Konzertpianist bereitet sich vor, aus der Stadt zu fliehen, um einem Duell zu entgehen. Da erreicht ihn in der letzten verbleibenden Nacht ein Brief - es ist das Bekenntnis einer Frau, deren Zuneigung er immer wieder ignoriert hat. In Rückblenden wird ihr Leben erzählt - im Zeichen der unerwiderten Liebe und unerfüllten Sehnsucht. «Wenn du diesen Brief liest, bin ich schon tot.» - Regisseur Max Ophüls realisierte Letter from an Unknown Woman nach der Novelle von Stefan Zweig 1948 in Hollywood: ein funkelndes Melodram um eine Amour fou und zwei verpfuschte Leben. Joan Fontaine verliebt sich als junges Mädchen Lisa in ihren Nachbarn, den Konzertpianisten Stefan Brand (Louis Jourdan), und wird ihrer Obsession im Laufe ihres Lebens alles opfern. Brand hingegen verschleudert sein musikalisches Talent, um sich einem Leben als Playboy zu widmen. Jourdan gelingt es, seine Figur stets in einer interessanten Ambivalenz zu halten: Er ist oberflächlich, jedoch so charmant, dass man seinen routiniert vorgetragenen Galanterien manchmal beinahe glauben möchte. Fontaine dagegen ist ganz linkische Verlegenheit, dabei verströmt sie eine enorme Liebe, die der Pianist jedoch nie wahrnimmt. Dass Lisa für ihn nur irgendeine Frau ist, zeigt die vielleicht grausamste Kameraeinstellung der Filmgeschichte: Wenn Lisa mit Brand die Treppe zu seiner Wohnung hinaufsteigt, nimmt die Kamera genau jene Position im Treppenhaus ein, aus der Lisa als Jugendliche schon einmal beobachtet hatte, wie der Pianist mit einer anderen weiblichen Bekanntschaft nach Hause gekommen war. (Lars Penning)