V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

IM ANFANG WAR DER BLICK

V' 02

IM ANFANG WAR DER BLICK

IN THE BEGINNING WAS THE EYE

Bady Minck
A/L, 2002
Spielfilme, 45min, OF

IM ANFANG WAR DER BLICK

Bady Minck
A/L, 2002
Spielfilme, 45min, OF

Darsteller: 
Bodo Hell
Mitwirkende: 
Visuelle Postproduktion
Martin Putz Heidi Dumreicher
Wissenschaftsprozess
Heidi Dumreicher
Stimmen
Friedericke Mayröcker/Ernst Jandl
Drehbuch: 
Bady Minck
Ton: 
Carlo Thoss
Frédéric Fichefet
Kamera: 
Jerzy Palacz
Martin Putz
Martin Gschlacht
Schnitt: 
Frédéric Fichefet
Anne Schroeder
Musik: 
Bernhard Fleischmann
Dr. Nachtstrom
Ausstattung: 
Jutta Pregenzer

Produktion: 
Alexander Dumreicher-Ivanceanu Minotaurus Film, Oikodrom, Garabet Film, Amour Fou Filmproduktion c/o Minotaurus Film 49, rue de Warken 9088 Ettelbruck, Luxemburg minotaurus@film.lu www.minotaurusfilm.lu
Weltvertrieb: 
Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Gabriele Kranzelbinder Amour Fou Filmproduktion Lindengasse 32 1070 Wien T 1 994 99 11 0 office@amourfou.at www.amourfou.at
Format: 
35 mm
Farbe

Ein Dichter in seiner Klause, umgeben von Büchern und Zetteln, ausgeliefert den Worten. Auf den leeren Seiten eines Buches entsteht eine Gebirgsformation, die den Poeten und uns eine Reise durch Landschaften antreten lässt; Landschaften, deren Geschichte sich als bizarres Gebilde aus zahllosen ineinander geblendeten Postkartenansichten offenbart. Bodo Hell, der Blickreisende, wird selbst Teil dieser Raumkomposition, zum Postkarten-Motiv und damit zum Gegenstand des Blicks des Publikums, den Bady Minck virtuos durch die künstliche «Natürlichkeit» österreichischer Landschafts-Arrangements navigiert. Am Ende der Reise bleibt der Dichter als sein eigenes (fotografisches) Abbild zurück: zweidimensional und hilflos einer Natur ausgeliefert, die sich ihm als Ansichtssache radikal entzieht. (Robert Buchschwenter) Im Anfang war der Blick erschafft eine Bewegungstypologie, die aus dem Herzen des Kinos selbst spricht: Mehrfachbelichtungen, Einzelbildtechnik, Zeitraffer und Zeitlupe haben sich einer anomischen Darstellung verschrieben, die absolut konträr zu standardisierten Erwartungen und Sehgewohnheiten funktioniert. Bodo Hell setzt als eine Art deus ex cathedra, als hintergründiger Geist, die Dinge aus seinen Büchern und Texten heraus in Gang, er beseelt sie, wird zum Demiurgen einer Reise in ungewohnte Topografien. Bady Minck verfolgt die quasi-auratische Inszenierung von Landschaft und Stadt, lässt tausende Ansichtskarten in einem Rhythmus tanzen, der dechiffrierend und erheiternd zugleich ist. Aus der Starrheit der Postkarten-Motive heraus praktiziert der Film eine Revitalisierung, eine Re-Animation, die Dinge und Menschen mit Leben erfüllt. Die Gegenwart wird in die Karten eingespielt; raffinierte Überblendungen wirken als Verschiebungen dessen, was als real und was als «spectre» gilt. Die Erzählung von Bewegung und Veränderung erweitert sich in eine neue Richtung zu einem komplexen zauberhafter uvre zwischen Archäologie und Hedonismus. (Marc Ries)

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