HALBE TREPPE

V' 02

HALBE TREPPE

Andreas Dresen
D, 2001
Spielfilme, 105min, OF

HALBE TREPPE

Andreas Dresen
D, 2001
Spielfilme, 105min, OF

Mit: 
Steffi Kühnert
Ellen
Gabriela Maria Schmeide
Katrin
Thorsten Merten
Chris
Axel Prahl
Uwe
Julia Ziesche
Julia
Jens Graßmehl
Jens
Mascha Rommel
Mascha
Gregor Ziesche
Gregor
Drehbuch: 
Andreas Dresen & Team
Ton: 
Peter Schmidt
Kamera: 
Michael Hammon
Schnitt: 
Jörg Hauschild
Musik: 
17 Hippies
Ausstattung: 
Susanne Hopf
Kostüm: 
Sabine Greunig

Produktion: 
Rommel Film Fidicinstraße 40 10965 Berlin, Deutschland T 30 693 70 78, F 30 693 70 79
Weltvertrieb: 
Bavaria Film International Bavariafilmplatz 8 82031 Geiselgasteig, Deutschland T 89 64 99 26 86 bavaria.international@bavaria-film.de
Verleih in Österreich: 
Filmladen Mariahilferstraße 58/7, 1070 Wien T 1 523 43 62 0, office@filmladen.at
Format: 
35 mm
Farbe

Halbe Treppe ist dort, wo im Treppenhaus das Fenster zum Hof ist und in sehr alten Berliner Mietskasernen das Außenklo. Halbe Treppe ist dort, wo der Mensch die Richtung wechselt, um weiter auf- oder auch abzusteigen. Halbe Treppe ist gerade da, wo Leute im mittleren Alter sind, in mittleren Positionen oder auch mittlerem Glück. Halbe Treppe ist vielleicht Zwischenaufenthalt, eher aber, wenn wir ehrlich sind, Ziel. Uwe betreibt auf der halben Treppe eines heruntergekommenen Park-Aufgangs in der Innenstadt von Frankfurt/Oder seine Imbissbude mit angebautem Plastikzelt: ein ganz Bodenständiger, einer, der für die Kundschaft schon mal ein Dutzend Eisbeine zu Hause in der Badewanne zwischenlagert. Vollkommen wäre das Paradies allerdings, wenn auch seine Frau Ellen nix gegen Eisbein in der Badewanne einzuwenden hätte. Aber nicht nur das stört Ellen an Uwe. Sie ist auf der halben Treppe des Lebens mit ihm so was von stehengeblieben, dass sie abspringt. Chris, der Mann ihrer besten Freundin Katrin und Morgenmuntermachermoderator bei Radio 24, hat gerade so klare, blaue, eintauchtiefe Augen. Und auf einmal ist bei den Ehepaaren Uwe-Ellen und Chris-Katrin nichts mehr wie vorher. Denn Ellen und Chris haben sich verliebt. Sie fahren mit dem Skoda unter die Oderbrücke und später, verwegener noch, rüber nach Slubice ins Halbtagshotel, schlafen miteinander und rufen nachher ganz ausgelassen «Uweee!» Und: «Katriiin!» Und vermissen niemanden. Und bereuen nichts. Eine sehr gewöhnliche Geschichte von sehr gewöhnlichen Leuten. Wie kommt man zu einer so gewöhnlichen Geschichte, bei der dem Zuschauer, fulminante Stärke des Films, manchmal die Luft wegbleibt vor lauter Leben? Ganz einfach: Andreas Dresen ist mit winzigem Team und ohne Drehbuch für ein paar Wochen nach Frankfurt/Oder gefahren und hat dort unter anderem das Geld aus dem Deutschen Filmpreis für Nachtgestalten, schlichte 600.000 Euro, auf den Kopf gehauen. (Jan Schulz-Ojala)