GARDIEN DE LA NUIT

V'97

LE GARDIEN DE LA NUIT

NACHTWÄCHTER, DER

Jean-Pierre Limosin
F, 1984
Spielfilme, 100min, OF

LE GARDIEN DE LA NUIT

Jean-Pierre Limosin
F, 1984
Spielfilme, 100min, OF

Mit: 
Jean-Philippe Écoffey
Aurelle Doazan
Nicolas Silberg
Drehbuch: 
Jean-Pierre Limosin
Pascale Ferran
Ton: 
Vasco Pimentel
Kamera: 
Thierry Arbogast
Schnitt: 
Claire Simon
Musik: 
Eric Tabuchi
Ausstattung: 
Laurence Brenguier
Kostüm: 
Judy Shrewsbury

Produktion: 
Paulo Branco für Les Films du Passage (nicht mehr existent)
Weltvertrieb: 
Celluloid Dreams
Format: 
35 mm
Farbe

Ein Abenteuerfilm, ein Film über metaphysische und andere Abenteuer. Reines Abenteuer, strafbare Handlungen. Grundlose Handlungen? Ein komplexes Spiel um die Existenz, ein Geschwindigkeitsrausch des Lebens. Yves' Schicksal ist es, mit seiner sozialen Herkunft fertigzuwerden. Als Polizist stiehlt er Autos - vielleicht weil ihn ihre Farben an die Farbe der Augen von Aurore erinnern? Überfällt ein Postamt - weil die Schalterbeamtin so schön ist? Geld jedenfalls interessiert ihn nicht. Seine Vorgesetzten wissen nichts von seinem Doppelleben. Yves liebt Aurore seit jeher, aber er gesteht ihr weder seine Liebe, noch dass er Polizist ist, noch dass er diese Straftaten begeht. Er verdächtigt sie insgeheim, dass sie sich mit Muttersöhnchen umgibt, mit den Söhnen der Honoratioren der Stadt, und akzeptiert nicht, dass er in ihren Augen nur eine Jugendliebe ist. Vor allem das treibt ihn voran. Erbarmungslos.

Ein Action-Film also? In gewissem Sinne, ja: Wie Robert Aldrich filmt Jean-Pierre Limosin eineinhalbmal schneller als die Realität, und Yves hat, trotz des Tempos, immer Angst, zu spät zu kommen. Aber das übliche Schema - ein Held, der sich einer bestimmten Situation ausgesetzt sieht und auf sie reagieren muss (und dabei sagt, warum er etwas macht, und zeigt, wie er es macht) - gibt es das bei Limosin nicht? Wenn Yves handelt, dann sieht man es nicht, und wenn man es sieht, dann traut man es ihm nicht zu. Aurore ahnt nichts, die Polizistenkollegen ahnen nichts, die kleine Postangestellte ahnt nichts, und der Zuschauer, der mehr weiß als alle Personen um Yves herum, fragt sich: Warum? Das ist die Frage, auf die der Film keine Antwort gibt. Es gibt keinen herkömmlichen Suspense in Le gardien de la nuit, aber der Suspense liegt in Yves selbst. (Jean-Jacques Henry)