GÉNÉALOGIES D'UN CRIME

V'97

GÉNÉALOGIES D'UN CRIME

GENEALOGIEN EINES VERBRECHENS

Raoul Ruìz
F, 1996
Spielfilme, 113min, OmdU

GÉNÉALOGIES D'UN CRIME

Raoul Ruìz
F, 1996
Spielfilme, 113min, OmdU

Mit: 
Catherine Deneuve
Michel Piccoli
Melvil Poupaud
Drehbuch: 
Raoul Ruìz
Pascal Bonitzer
Ton: 
Henri Maïkoff
Kamera: 
Stefan Ivanov
Gilles Porte
Schnitt: 
Valeria Sarmiento
Musik: 
Jorge Arriagada
Ausstattung: 
Luc Chalon
Solange Zeitoun
Kostüm: 
Elisabeth Tavernier

Produktion: 
Gemini Films
Weltvertrieb: 
Gemini Films
Format: 
35 mm
Farbe

Eine Anekdote aus der Geschichte der Psychoanalyse gab die Anregung zu diesem Film: Hermine Hellmut von Hug, eine Kinderpsychologin im Wien der Jahrhundertwende, glaubte herausgefunden zu haben, dass ihr fünfjähriger Neffe Tötungsneigungen aufweise. Als Freudianerin war sie überzeugt, dass die kindliche Entwicklung in diesem Alter abgeschlossen sei. Sie wollte daher die unausweichlich kriminelle Persönlichkeitsentwicklung des Neffen solange beobachten, bis er irgendwann das von ihr erwartete Verbrechen beginge. Was geschah? Der Neffe tötete die Tante - die einzige Person, die von seinen mörderischen Neigungen wusste. Soweit die Fakten. Im Film wird der junge Angeklagte René von der Rechtsanwältin Solange vertreten. Ihre Absicht ist es, das verwickelte Spiel der subtilen Verbindungen zwischen Opfer und (zu-künftigem) Täter über mehr als zehn Jahre hinweg aufzurollen. Zunächst sieht es so aus, als hätte Jeanne - die Tante - nicht nur eine unausweichliche Neigung erforschen wollen, sondern darüber hinaus auch eine neue Theorie beweisen wollen. Der junge Mann wiederum wollte anscheinend nicht nur seine Tante für ihre geschmacklose Neugier bestrafen, sondern folgte offenbar einer unwiderstehlichen "Einladung zum Mord". Im Laufe ihrer Untersuchungen nimmt der Fall für Solange eine unerwartete Wendung: Mehr und mehr scheint der junge Mann zu meinen, dass seine Anwältin und seine verblichene Tante ein und dieselbe Person seien.

Catherine Deneuve in einer Doppelrolle und Michel Piccoli sind die hinreißenden Hauptdarsteller in einer der ungewöhnlichsten Komödien, die je das Kino bereicherten. In einem ironisch-eleganten Vexierspiel mit mehrfachem Boden gehen sie einem Mörderspiel nach und führen die Methoden der Psychoanalyse ad absurdum. (Hans Gerhold)