CARTE GHERMEZ

V'07

CARTE GHERMEZ

RED CARD, THE

Mahnaz Afzali
Iran, 2006
Dokumentarfilme, 74min, OmeU

CARTE GHERMEZ

Mahnaz Afzali
Iran, 2006
Dokumentarfilme, 74min, OmeU

Drehbuch: 
Mahnaz Afzali
Ton: 
Keivan Jahanshahi
Kamera: 
Mohammadreza Derakhshan
Khadijeh Jahed
Mahnaz Afzali
Schnitt: 
Bahman Kiarostami
Musik: 
Iman Vaziri

Produktion: 
Hassan Pourshirazi 2, 3rd Sarvestan Pasdaran St., Shariati Ave. Teheran 16619, Iran T 21 22863260 61 sheherazad@smediaint.com
Weltvertrieb: 
Sheherazad Media International (SMI) 2, 3rd Sarvestan Pasdaran St., Shariati Ave. Teheran 16619, Iran T 21 22863260 61 sheherazad@smediaint.com
Format: 
Video (Betacam SP)
Farbe

Die iranische Schauspielerin und Regisseurin Mahnaz Afzali behandelt in The Red Card den Gerichtsprozess um Shahla Jahed, die Geliebte des iranischen Fußballstars Nasser Mohammed Khani. 2002 hatte sich Jahed dazu bekannt, die Ehefrau Khanis aus Eifersucht mit mehreren Messerstichen umgebracht zu haben, und war daraufhin angeklagt worden. Der Prozess löste im Iran großes Bestürzen aus und entwickelte sich zu einem Medienspektakel, als Shahla Jahed den Richter im Prozess davon überzeugen wollte, ihr Geständnis unter Zwang gemacht zu haben. The Red Card beginnt mit dem ersten Tag im Gerichtssaal, wo Shahla vor dem Richter ihre Verteidigung selbst übernimmt und eloquent ihre Unschuld beteuert. Es wird klar, dass sie Khani mit Opium versorgte, dass Khani seit Jahren von der Droge abhängig war. Doch im weiteren Verlauf des Prozesses verändert sich ihr Verhalten, und sie erscheint zunehmend gelähmt und lethargisch. Diese Wandlung von der laut gestikulierenden in eine gebrochene, eingeschüchterte Frau zeigt ihre Verzweiflung: Immer wieder ist zu beobachten, wie sie dem anwesenden Khani zuflüstert, dass sie ihn noch immer liebt - bis sich diese Liebe am Ende des Prozesses ins Gegenteil verkehrt. Shahla Jaheds Kampf endet im Gerichtsaal, als sie in einen hysterischen Schreikrampf des Protests verfällt. Dieser verhallt allmählich, und ihre Redekraft versiegt. Die Verzweiflung gewinnt letztendlich doch die Oberhand. Als Epilog ist ein persönlicher Brief von ihr zu sehen, indem sie sich hilfesuchend an die Regisseurin wendet: Die Angeklagte wartet nun seit mehr als vier Jahren auf ihr Urteil. (Roderik Helms)