V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

ANTIGONE

V' 01

ANTIGONE

Danièle Huillet
Deutschland/Frankreich, 1991
Spielfilme, 99min, OF

ANTIGONE

Danièle Huillet
Deutschland/Frankreich, 1991
Spielfilme, 99min, OF

Darsteller: 
Astrid Ofner
Antigone
Ursula Ofner
Ismene
Libgart Schwarz
Botin
Werner Rehm
Kreon
Albert Hetterle
Tiresias
Hans Diehl
Kurt Radeke
Michael Maassen
Rainer Philippi
Chor der Alten
Michael König
Bote
Stefan Wolf-Schönburg
Hämon
Lars Studer
Wächter
Marie di Mattia
Knabe
Drehbuch: 
Danièle Huillet
Jean-Marie Straub
Ton: 
Louis Hochet
Kamera: 
William Lubtchansky
Schnitt: 
Danièle Huillet
Jean-Marie-Straub
Musik: 
Bernd Alois Zimmermann
Ausstattung: 
Michael Gielan
Kostüm: 
Ruggero Peruzzi

Produktion: 
Regina Ziegler Filmproduktion Neue Kantstraße 14 14057 Berlin, Deutschland T 30 320 90 50 F 30 320 90 567
Weltvertrieb: 
Regina Ziegler Filmproduktion Neue Kantstraße 14 14057 Berlin, Deutschland T 30 320 90 50 F 30 320 90 567
Verleih in Österreich: 
Stadtkino Filmverleih Spittelberggasse 3, 1070 Wien T 1 522 48 14, stadtkino@nextra.at
Format: 
35 mm
Farbe
35 mm/1:1,37/Farbe

Sie haben an den Schluss des Films ein Brecht-Zitat von 1952 gesetzt: «Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind.» Jeder sogenannte Künstler sollte eine Art Seismograph sein. Und wenn die Erde bebt, müsste er das spüren; und wenn er das gespürt hat, müsste man das irgendwie sehen in seinem Werk. Der Golfkrieg war der monströseste Kreuzzug in der Menschheitsgeschichte, und wenn das keine Spuren hinterlassen hätte in unserer Arbeit, egal wie man dazu steht, und wenn dies nicht im Film stecken würde, dann wären wir keine Menschen. (Jean-Marie Straub im Gespräch mit Constantin Wulff, 1992) Straub/Huillet schaffen die Wuchtigkeit, im Verein mit Grazie, jenes «mittleren» Hollywood (wie «mittleres» Eozän) ohne den freilich so andersschönen Umweg über das Rumpeln der Aktionen, zunächst allein aufgrund dees durchdrungenen Sprechens ihrer Darsteller. Jeder länger hinhörende Zuschauer wird bezeugen: Es wird nirgends «aufgesagt». Das rhythmische Stocken, Vers um Vers, kommt aus der beherrschten Aufregung, im Sinne des Goetheschen «Denn ich sprach nur aus, was in mir aufgeregt, nicht aber was ich gelesen hatte»; und insbesondere haben die Sprecher, wenn sie ein Geschehen beschreiben oder erzählen, beständig das Bild, die Bilder davon in der Brust, bewahren diese im Reden, das ihnen so aufgeregt wie sachlich folgt und sich derart als Beschwörung anhört, dementsprechend natürlichst in Versform. (Peter Handke) Ich würde Antigone als Komödie bezeichnen. Die vier Figuren im Film sind von einen griechischen Chor so verschieden wie die vier Musketiere. Sie haben manchmal Recht, wie auch Kreon manchmal Recht hat, und sind darüber hinaus meistens schwierig, opportunistisch und schamlos selbstverleugnend. Über diese Gangster kann man lachen. Der Wächter hat auch eine Komik. Das gab es schon in Othon (1969) und in Der Tod des Empedokles (1968), nicht aber mit diesen Gesten, wie wir sie hier durch den Darsteller des Kreon zum Beispiel hatten, die sehr viel mit Stummfilm zu tun haben. Überhaupt haben diese Filme mehr mit dem Stummfilm zu tun als die so genannten filmischen Filme der Gegenwart, weil das Bild in allen Teilen gleichwertig ist und der Mensch nicht der Mittelpunkt des Bildes, sondern genauso wichtig ist wie eine Lichtbewegung oder ein Windstoß. Das ist es, was wir suchen. (Jean-Marie Straub)

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