Angelo (OmeU)

V' 18

Angelo (OmeU)

Markus Schleinzer
A/LUX, 2018
Features, 111min, fOmeU

© Viennale © Viennale © Viennale

Angelo (OmeU)

Markus Schleinzer
A/LUX, 2018
Features, 111min, fOmeU

Di
30
Okt
23:00
Stadtkino im Künstlerhaus
Mit: 
Makita Samba
Angelo 4
Alba Rohrwacher
Comtesse
Larisa Faber
Angelo’s Wife
Kenny Nzogang
Angelo 2
Jean-Baptiste Tiémélé
Angelo 5
Ryan Nzogang
Angelo 3
Ange Samuel Koffi D’Auila
Angelo 1
Gerti Drassl
Nanny
Drehbuch: 
Alexander Brom
Markus Schleinzer
Kamera: 
Gerald Kerkletz
Schnitt: 
Pia Dumont
Ausstattung: 
Andreas Sobotka
Martin Reiter
Kostüm: 
Tanja Hausner

Produktion: 
Novotny & Novotny Filmproduktion, Amour Fou Luxembourg
Weltvertrieb: 
Playtime
Verleih in Österreich: 
Filmladen
Format: 
DCP
Farbe

Angelo, ein Junge afrikanischer Herkunft, kommt als Sklave nach Europa. Er gilt als "ein Gesandter Gottes" (so sein Taufname), aber er ist noch nicht Mensch geworden. Wie sich herausstellt, wird ihn seine Karriere in der frühen Zeit der Aufklärung noch weiter bringen: Innerhalb der drei Kapitel von ANGELO geht ein schwarzer Mann von der Trophäe zur Allegorie über. Markus Schleinzer betrachtet das 18. Jahrhundert (von dem wir als Periode ausgehen können, da genaue Jahre und historische Namen nie angegeben werden, auch wenn es schließlich eine weibliche Majestät gibt, die für Maria Theresia stehen könnte) als Übergangszeit von mythologischen Ansichten zu einer "Messung der Welt" in Form neuer Ordnungssysteme. Angelo dient (im wahrsten Sinne des Wortes) als Spiegelfigur, nicht nur für die höfischen Gesellschaften, denen er präsentiert wird, sondern auch für das zeitgenössische Publikum: Schleinzer projiziert ein postkoloniales Gewissen auf ältere Inszenierungsformen der "Wunder der Welt" und vereitelt dabei die Vorstellungen von "Allegorie" verschiedener Regime. Während Angelos Zeitgenossen fragen: "Was repräsentiert er?", ist diese Frage auch für das historische Kino als Möglichkeit, den Sinn für Geschichte zu verstehen, relevant: Weder Angelo noch seine Besitzer profitieren jemals vom Lernen. Können wir?

In Anwesenheit von Markus Schleinzer und Mitgliedern des Teams.

Angelo, a boy of African descent, comes to Europe as a slave. He is considered “a messenger of God” (thus his baptismal name), but he has yet to become human. As it turns out, his career in the early Age of Enlightenment will get him even further: within the three chapters of ANGELO one black man goes from trophy to allegory. Markus Schleinzer takes the 18th century (which we can assume as the period, as exact years and historical names are never given, even if eventually there appears a female majesty who may well stand for Maria Theresia) as a transitional period from mythological views to a “measuring of the world” in terms of new systems of order. Angelo serves (quite literally) as a mirror figure, not only for the courtly societies to whom he is presented, but also for contemporary audiences: Schleinzer projects a postcolonial conscience onto older ways of staging the “miracles of the world,” and in the process thwarts the ideas of “allegory” of different regimes of understanding. While Angelo’s contemporaries ask: “What does he represent?”, this question is also pertinent to period cinema as a common way to make sense of history: neither Angelo nor his proprietors ever reap any benefits of learning. Can we? (Bert Rebhandl)

Markus Schleinzer: MICHAEL (2011)