ALL OR NOTHING

V'02

ALL OR NOTHING

Mike Leigh
GB/F, 2002
Spielfilme, 128min, OmdU

ALL OR NOTHING

Mike Leigh
GB/F, 2002
Spielfilme, 128min, OmdU

Mit: 
Timothy Spall
Phil
Leslie Manville
Penny
Alison Garland
Rachel
James Corden
Rory
Ruth Sheen
Maureen
Marion Bailey
Carol
Paul Jesson
Ron
Sally Hawkins
Samantha
Helen Coker
Donna
Daniel Mays
Jason
Drehbuch: 
Mike Leigh
Ton: 
Malcolm Hirst
Kamera: 
Dick Pope
Schnitt: 
Lesley Walker
Musik: 
Andrew Dickson
Ausstattung: 
Eve Stewart
Kostüm: 
Jacqueline Durran

Produktion: 
Thin Man Films 9 Greek Street London W1D 4DQ, Großbritannien T 207 734 7372 info@thinman.co.uk
Weltvertrieb: 
Studio Canal Espace Lumière 50, Quai du Point du Jour 92100 Boulogne-Billancourt, Frankreich T 1 71 75 88 56 cghazarian@studiocanal.com
Verleih in Österreich: 
Tobis StudioCanal Zollergasse 36, 1070 Wien T 1 521 28 200, F 1 521 28 203
Format: 
35 mm
Farbe

Eine graue Londoner Wohnsiedlung hier leben Taxifahrer Phil und Supermarktverkäuferin Penny mit ihren beiden fast erwachsenen Kindern Rachel und Rory in ärmlichen Verhältnissen. Auch die Nachbarsfamilien fristen am unteren Ende der Einkommensskala ein trostloses, erstarrtes Dasein. Im täglichen Selbstbehauptungskampf sind den Kindern die beruflichen und emotionalen Träume und den Eltern die Liebe abhanden gekommen. Schweigen und eruptionsartig ausbrechende Aggressionen dominieren das familiäre Miteinander. Bis Phil eines Tages an seinem seelischen Tiefpunkt anlangt, während gleichzeitig sein gehänselter Sohn eine Herzattacke erleidet und so für alle doch noch eine emotionale Reise beginnt. Auch in seinem neuesten Film bewährt sich Mike Leighs Philosophie, die eigenen Erfahrungen und Gefühle und das adäquate Figureninventar ins Zentrum der Handlung zu stellen. Die wie immer lange, experimentierfreudige Vorbereitung mit seinen Schauspielern eröffnet wahrhaftige, anrührende Einblicke in die menschliche Seele. Eine Familie, weiß Leigh, kann heutzutage, zumal wenn man in einem Moloch wie London zu den Unterprivilegierten zählt, im Alltag schnell zu einem Gefängnis werden, in dem Sprache und Empfindsamkeit für diejenigen, die einem eigentlich am nächsten stehen, abhanden kommen. Doch manchmal hält das Leben noch Überraschungen bereit, auch für diejenigen, die das Hoffen längst aufgegeben haben. Alles oder nichts haben darüber entscheidet im Leben eben oft der Zufall. Mike Leighs Schilderung der sozialen Verhältnisse ist nicht mehr allein von Wut geprägt wie noch in Naked , sondern freundlicher, komplexer und facettenreicher geworden. Seine ganze Aufmerksamkeit gilt dem kleinen, alles entscheidenden Detail. (Olivier Bombarda)