Kinematografie: János Xantus

Filmstill aus ESZKIMÓ ASSZONY FÁZIK: eine Frau steht auf einer Bühne, sie hat ein Mikrofon in der Hand. Hinter sind 2 Männer zu sehen, die Gitarre spielen.

Eine Übersicht des kompletten Programms finden Sie hier!

Filmstill aus ROCKTÉRÍTŐ: Nahaufnahme von einer Person, die in ein Mikrofon singt, die Hände an den Kopf gelegt.
ROCKTÉRÍTŐ, János Xantus

Als zentrale Figur begleitet und befeuert János Xantus die radikale Gegenkultur des ungarischen Underground der 1980er Jahre. In seinen Filmen verbindet er Pop, New Wave, bildende Kunst und Performances zu einem spannungsgeladenen Kino, das das Politische wie das Private ästhetisiert. Xantus erforscht Geheimsprachen und Codes als Widerstandsinstrumente und zeigt den Bruch zwischen euphorischer Befreiung und gesellschaftlichem Verfall im Übergang von Sozialismus zu Marktwirtschaft.

Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine „Neue Sinnlichkeit“ aus, die sich gegen akademische Kunst und Konzeptavantgarde richtet. Thematisch verhandelt Xantus der immer ein Schauspieler:innen-Regisseur war und häufig mit Frauen arbeitete Schuld, Verwandlung, Religion und performative Ausdrucksformen.

Wie die Rituale und Milieus, die er in seinen Arbeiten erforschte, wurde Xantus nach dem Systemwechsel an den Rand gedrängt. Seine Filme aber bleiben wichtige Zeugnisse einer vergessenen Subkultur und eines spezifischen gesellschaftlichen Moments, sie zählen zu den bedeutendsten Werken des ungarischen Kinos jener Zeit.