PIRATE

V'05

LA PIRATE

PIRATIN, DIE

Jacques Doillon
F, 1984
86min, OF/dK

LA PIRATE

Jacques Doillon
F, 1984
, 86min, OF/dK

Mit: 
Jane Birkin
Alma
Andrew Birkin
Andrew
Maruschka Detmers
Carole
Philippe Léotard
N° 5
Laure Marsac
Mädchen
Drehbuch: 
Jacques Doillon
Ton: 
Dominique Hennequin
Jean-Claude Laureux
Kamera: 
Bruno Nuytten
Schnitt: 
Noëlle Boisson
Musik: 
Philippe Sarde
Kostüm: 
Mic Cheminal

Produktion: 
F.L.F. Lola Films
Weltvertrieb: 
2BST Films / Acacia Films 49 rue Jules Guesde 92300 Levallois Perret Frankreich T 1 41 40 00 90, benjamin@acaciafilm.com
Format: 
35 mm
Farbe

Als Alma eines Nachts gemeinsam mit ihrem betrunkenen Ehemann Andrew und einem Freund nach Hause zurückkehrt, warten vor der Tür ihre frühere Geliebte Carole und ein geheimnisvolles Mädchen. Sofort flammt die alte Leidenschaft der beiden Frauen füreinander wieder auf, doch Alma kann, nein, will sich nicht zwischen ihrem Mann und ihrer Freundin entscheiden. In der Folge entwickelt sich ein furioses Hin und Her, das die Figuren die ganze Nacht und den kommenden Tag über in Atem hält und fluchtartig vor sich her treibt durch Hotelzimmer, über Autobahnen, schließlich auf ein Schiff und am Ende auf die offene See. Dort gibt es vor der Entscheidung kein Entrinnen mehr. La Pirate ist ein eigenartig hysterischer und brachialer Film, in dem einstiges Glück nur noch in den Schmerzen spürbar ist, welche die Liebenden einander zufügen. Sexualität wird zur Waffe, und in der gewalttätigen Kollision der von Gefühlen gebeutelten Körper steckt die ganze Sehnsucht nach einer verloren gegangenen Harmonie. So wie im Hass, den man sich gegenseitig ins Gesicht schreit, im Flehen um Verständnis und in der vergeblichen Hoffnung auf einen Kompromiss. Alma, die schon bald nicht mehr weiter weiß, sieht sich vor eine Wahl gestellt, die gänzlich überflüssig wäre wären da nicht der Egoismus und die Eifersucht jener beiden Menschen, die sie zu lieben vorgeben und doch nur besitzen wollen. Der Ehemann und die Geliebte verzehren sich nach ihrer urspünglichen Wildheit, dem Versprechen ihrer Androgynität und können doch die Freiheit, die diese zur Bedingung hat, nicht ertragen. Als Projektionsfläche benutzt, ist Alma schutz- und wehrlos den Versuchen einer Festlegung ausgeliefert, die per se sinnlos ist. Und dafür, dass man ihr mit Haut und Haar, auf Gedeih und Verderb verfällt, zahlt sie den hohen Preis unablässigen Verfolgtwerdens. So konkretisiert sich der Kampf der Geschlechter auch im uneindeutigen und doch so erotischen Körper Jane Birkins an dem die beiden Konkurrenten so lange verzweifelt zerren, bis er die Anspannung nicht mehr aushält und blutig zerreißt. (Alexandra Seitz)