PILGRIMAGE

V'04

PILGRIMAGE

John Ford
USA, 1933
96min, OF

PILGRIMAGE

John Ford
USA, 1933
, 96min, OF

Mit: 
Henrietta Crosman
Hannah Jessop
Heather Angel
Suzanne
Norman Foster
Jim Jessop
Marian Nixon
Mary Saunders
Maurice Murphy
Gary Worth

Produktion: 
Fox Film
Weltvertrieb: 
Verleih in Österreich: 
35 mm/Schwarzweiß

Arkansas 1918: Die Die Farmerswitwe Jessop wacht eifersüchtig über ihren einzigen Sohn Jim, den sie lieber in den Krieg ziehen und sterben sieht als ihn einer anderen Frau zu überlassen. Zehn Jahre später erfährt sie, dass das Kind der ledigen Mutter Mary von Jim ist... Als (fast) unbekanntes Meisterwerk hat diese Pilgerschaft zu den Quellen des amerikanischen Kinos, an der Seite Griffiths (am Abhang des Familienromans), als einziges Sujet nur den Ödipus. Aber umgedreht. Hier ist es die Mutter, eine Person, deren Rolle die körperliche Hülle nie ganz auszufüllen vermag, die ihren Sohn tötet, indem sie ihn in den Krieg schickt. Film als rein zeitliches Problem: Wieviel Zeit bleibt diesem festen, starren, unerschütterlichen Körper, bis er vor Gewissensbissen zusammenbricht? In dieser Geschichte dessen, was man nicht tut und dennoch getan hat, ist der Zuschauer, frontalem SchußGegenschuß ausgesetzt, im Kreuzfeuer des Begehrens, nur da, um die Zirkulation der Affekte sicherzustellen, sie ans gute Objekt zu heften. Das Interesse Fords richtet sich nicht auf die Aktion, sondern auf das, was sie an Eindruck in den Ausdrücken des Gesichts hinterläßt, seismographisch. Lese da, wo die Geschehnisse sich in Gefühle übersetzen. Ihr Erscheinen, ihr Fortgang und ihre Überlagerung / Wiedererlangung: Daraus ist diese Kunst der Modulation, der Standortveränderung durch Wiederholung gemacht. Die Bearbeitung des Bodens, eine Frau, die ihre Hennen füttert, eine Reise nach Frankreich zum Grab des Sohns, die in unbedeutende touristische Einzelheiten zerfällt: nichts als der Alltag. Diese Stauung im «Jetzt», das ausgehöhlt ist durch einen nicht wiedergutzumachenden, unannehmbaren Tod (der Sohn ist verschwunden unter dem Gewicht eines Grabens wie unter einer letzten Zärtlichkeit seiner Mutter), beginnt den Film in einzelne, autonome Szenen aufzusplittern, wie wenn das ebensoviele Zelebrationen dieser einzigen Gefühle wären: des Bedauerns, der Reue (Fabrice Barbaro)