PETITS ARRANGEMENTS AVEC LES MORTS

V'07

PETITS ARRANGEMENTS AVEC LES MORTS

COMING TO TERMS WITH THE DEAD

Pascale Ferran
F, 1994
Spielfilme, 104min, OmeU

PETITS ARRANGEMENTS AVEC LES MORTS

Pascale Ferran
F, 1994
Spielfilme, 104min, OmeU

Mit: 
Didier Sandre
Vincent
Charles Berling
François
Catherine Ferran
Zaza
Alexandre Zloto
Vincent als Junge
Guillaume Charras
Jumbo
Bruno Todeschini
Jumbos Vater
Danièle Douet
Jumbos Mutter
Didier Bezace
René
Drehbuch: 
Pierre Trividic
Pascale Ferran
Ton: 
Jean-Jacques Ferran
Kamera: 
Jean-Claude Larrieu
Schnitt: 
Guy Lecorne
Musik: 
Béatrice Thiriet
Ausstattung: 
Philippe Chiffre
Kostüm: 
Marie-Claude Altot

Produktion: 
Eclipsa Films
Weltvertrieb: 
Films Distribution 34 rue du Louvre 75001 Paris, Frankreich T 1 53 10 33 99 info@filmsdistribution.com
Format: 
35 mm
Farbe

Unsere Auseinandersetzung mit dem Tod ist ebenso wichtig wie unsere Auseinandersetzung mit dem Leben. Ja, in der Tat beeinflusst sie, wie wir mit unserem Leben umgehen. Das ist das Hauptthema von Pascale Ferrans gefeiertem Petits arrangements avex les morts, der 1994 bei den Filmfestspielen von Cannes mit der Goldenen Kamera für den Besten Debütfilm ausgezeichnet wurde. Das Kindheitstrauma über den Verlust eines nahe stehenden Menschen bildet die gemeinsame Grundlage von drei Geschichten, die untersuchen, wie der Tod das Leben der Hinterbliebenen sowohl kurz- als auch langfristig verändert. Das erste Segment des Triptychons richtet den Fokus auf den neuneinhalb Jahre alten Jumbo, dessen bester Freund an Krebs gestorben ist. Jumbo wird von Schuldgefühlen über den Verlust geplagt, weil er das Gefühl hat, es hätte irgendwie in seiner Macht stehen sollen, diesen zu verhindern. Die zweite und dritte Episode betrachten einen anderen Verlust - den eines jungen Mädchens, das vor mehr als zwanzig Jahren in einem Mopedunfall umkam - aus der Perspektive ihres Bruders und ihrer Schwester: François und Zaza sind zwei grundsätzlich verschiedene Menschen, doch bei beiden hat diese Kindheitstragödie Narben hinterlassen: Zaza, die stets als «die Stärkere» galt, muss - nun eine Frau mittleren Alters - feststellen, dass ihre Fassade zu bröckeln beginnt. François, der Insekten sammelt und bestimmt, ist vom Tod als «eine Form von Präzision» fasziniert. Die drei Geschichten entfalten sich als eine Reihe von scheinbar unzusammenhängenden, willkürlichen Rückblenden, als Jumbo, François und Zaza an einem Sommernachmittag am Strand dem älteren Bruder der Geschwister, Vincent, dabei zusehen, wie dieser ein kunstvolles Sandschloss baut. Das Schloss, Hauptmotiv des Films, ist ein monumentales Symbol sowohl für die vergängliche Natur des Lebens als auch für die Unverwüstlichkeit des menschlichen Geistes. Denn so leicht etwas so sorgfältig Konstruiertes niedergerissen werden kann, so leicht kann es - mit Geduld - auch wieder aufgebaut werden. Ferran verleiht durch ihren unkonventionellen Stil diesen drei verhältnismäßig einfachen Geschichten ein Gefühl von Entdeckung: Oberflächlich betrachtet passiert an diesem Tag am Strand nicht wirklich viel. Und doch können wir in die Seelen von Jumbo, François und Zaza sehen. (James Berardinelli) Dieser Film wird gemeinsam gezeigt mit Le Baiser .