OTRO

V'07

EL OTRO

OTHER, THE

Ariel Rotter
Argentinien/F/D, 2007
Spielfilme, 83min, OmeU

EL OTRO

Ariel Rotter
Argentinien/F/D, 2007
Spielfilme, 83min, OmeU

Mit: 
Julio Chávez
Osvaldo Bonet
Vater
Maria Oneto
Frau im Hotel
Inés Molina
Ehefrau
Arturo Goetz
Notar
María Ucedo
Frau
Drehbuch: 
Ariel Rotter
Ton: 
Martin Litmanovich
Kamera: 
Marcelo Lavintman
Schnitt: 
Eliane Katz
Ausstattung: 
Aili Chen
Kostüm: 
Roberta Pesci

Produktion: 
Airecine/Aquafilms Cabello 3644 Buenos Aires C1425APN, Argentinien T 11 48 02 42 18 verocura@aquafilms.com.ar
Weltvertrieb: 
Celluloid Dreams 2 rue Turgot 75009 Paris, Frankreich T 1 4970 0370 info@celluloid-dreams.com
Format: 
35 mm
Farbe

Für den 38-jährigen argentinischen Geschäftsmann Juan Desouza scheint alles darauf hinzudeuten, dass er wie sein Vater ein Leben in Sicherheit und Wohlstand verbringen wird. Doch als ihm seine Frau mitteilt, vielleicht schwanger zu sein, und zugleich sein Vater schwer erkrankt, beginnt Juan, sein Dasein zu überdenken: Ein neues Leben und ein drohender Tod erfordern eine Neuordnung der Dinge. In dieser Situation gerät eine geschäftliche Wochenendreise ins Landesinnere zu einem Wendepunkt: Am Ziel angekommen, entdeckt Juan, dass der Mitreisende neben ihm tot ist. In der Folge spielt Juan mit der Möglichkeit, die Identität des Toten anzunehmen, sich einen neuen Beruf auszudenken, eine neue Wohnung zu finden, möglicherweise nicht mehr in sein eigenes Leben zurückzukehren. Juan erlebt die Natur plötzlich als Abenteuer, entdeckt seine Sinne und seine Instinkte. Und schließlich eröffnen sich ihm neuartige Perspektiven: Sein bisheriges Leben ist auf einmal nicht mehr das einzig mögliche. El otro ist ein wunderbar stimmiger Film und nicht nur in der Hauptrolle mit Julio Chávez perfekt besetzt. Beeindruckend sind vor allem die Nachtszenen, in denen oft nur ein sehr kleiner Bildteil tatsächlich deutlich ist, sowie die äußerst präzise Tonspur, die keine Musik nötig hat und auf jede Effekthascherei verzichtet: Sie lässt den Zuschauer dumpf brummend das kopfschmerznahe Dösen im Bus empfinden und macht bei der nächtlichen Wanderung am Straßenrand mit dem Lärm von Lastwagen das Gefühl der Bedrohung spürbar. Erleichternd dann aber wieder die Naturgeräusche und die Stimmen junger Mädchen im Wasser. Nach diesem Film, dessen Titel auf den berühmten Roman von Albert Camus anzuspielen scheint, fühlt man sich ernster und lebendiger als zuvor. (Detlev Kuhlbrodt)