M

V'07

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Nicolás Prividera
Argentinien, 2007
Dokumentarfilme, 150min, OmeU

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Nicolás Prividera
Argentinien, 2007
Dokumentarfilme, 150min, OmeU

Drehbuch: 
Nicolás Prividera
Ton: 
Demian Lorenzatti
Ruben Piputto
Kamera: 
Nicolás Prividera
Carla Stella
Josefina Semilla
Schnitt: 
Malu Herdt

Produktion: 
Trivial Thames 1908 Buenos Aires 1414, Argentinien T 11 4774 5293 pablo@trivialmedia.com.ar
Weltvertrieb: 
Trivial Thames 1908 Buenos Aires 1414, Argentinien T 11 4774 5293 pablo@trivialmedia.com.ar
Format: 
35 mm
Farbe und Schwarz/Weiß

Im Jahr 1976, während der Militärdiktatur in Argentinien, verschwand Marta Sierra spurlos. Ihr Sohn, Nicolás Prividera, war damals sechs Jahre alt. Nun beginnt er gründliche Nachforschungen über das Verschwinden seiner Mutter, besucht staatliche und private Organisationen, trifft sich mit ehemaligen Militärangehörigen, Arbeitskollegen und Freunden. Doch während seiner Recherchen ergeben sich immer neue Fragen, neues Unverständnis, Schweigen und Komplizenschaften - und damit die Schwierigkeit, eine Geschichte zu beenden; eine Geschichte, die nicht allein seine ist, sondern jene einer argentinischen Gesellschaft, die sich ihrer noch nicht angenommen hat. M ist nicht nur eine spannende Schilderung von Martas Verschwinden, sondern beleuchtet auch jene Zeit in der Geschichte des Landes, als zig-tausende Menschen verschleppt oder getötet wurden. Unter den Dokumentarfilmen, die von den Kindern von «Verschwundenen» gedreht wurden, gibt es drei Geschichten über Eltern: In Papá Iván schildert María Inés Roqué das Schicksal ihres Vaters Iván, eines Guerillakämpfers, mit dem sie sich identifiziert, während Albertina Carri in Los rubios gar nicht mal versucht, eine einzige Wahrheit zu finden, sondern bei ihrer Suche nach den Vermissten die vielen möglichen Facetten der Wahrheit aufdeckt. Nicolás Privideras M hingegen scheint überhaupt keine Geschichte zu akzeptieren, sondern hinterfragt grundsätzlich alles, was er herausfindet. Schon der Titel - ein simpler Anfangsbuchstabe als Initiale des Vornamens der Mutter - weist darauf hin, dass die Vergangenheit nie vollständig nachzuerzählen ist. Nicht etwa, weil es so schrecklich wäre, sie zu erzählen, sondern weil dafür keine einzelne Geschichte ausreichend erscheint. M ist ein Film über die Unzulänglichkeit all dieser Geschichten. Deshalb seine Länge von zweieinhalb Stunden, als Symbol für eine nie enden wollende Suche, und sein ständiges Hinterfragen der Vergangenheit, das uns gleichzeitig auch Einblick gibt in das Leben jener Frau, welcher der Film gewidmet ist. (Emilio Bernini)