BU SAN

V'03

BU SAN

GOODBY, DRAGON INN

Tsai Ming-liang
Taiwan, 2003
Spielfilme, 82min, OmeU

BU SAN

Tsai Ming-liang
Taiwan, 2003
Spielfilme, 82min, OmeU

Mit: 
Lee Kang-sheng
Chen Shiang-chyi
Mitamura Kiyonobu
Miao Tien
Drehbuch: 
Tsai Ming-liang
Ton: 
Du Tuu-chih
Kamera: 
Liao Pen-jung
Schnitt: 
Chen Sheng-chang
Ausstattung: 
Lu Ly-chin
Kostüm: 
Sun Huei-mei

Produktion: 
Homegreen Films No. 27, Shuang He Street, Yung Ho Taipei County, Taiwan, 234 T 62 29208422 hgfilms@ispeed.com.tw
Weltvertrieb: 
Homegreen Films No. 27, Shuang He Street, Yung Ho Taipei County, Taiwan, 234 T 62 29208422 hgfilms@ispeed.com.tw
Format: 
35 mm
Farbe

Der taiwanesische Regisseur Tsai Ming-liang seit den 90er Jahren mit seinen eigenwilligen, traurig-schönen Filmen auch Stammgast bei der VIENNALE hat mit Goodbye, Dragon Inn eine melancholische Liebeserklärung ans Kino gedreht: Schauplatz ist eines jener riesigen alten Einsaal-Lichtspieltheater, denen offenbar auch in Taipeh kein Fortbestand beschieden ist. Nur knapp ein Dutzend Personen sitzt in Tsais Film im Zuschauerraum verstreut, um sich Dragon Inn , die Wiederaufführung eines chinesischen Martial-Arts-Klassikers von King Hu aus den späten 60er Jahren anzuschauen. Sieht man von den Dialogen ab, die zum Film im Film gehören und deren Inhalt immer wieder dezent das Geschehen im Saal reflektiert , so werden in Goodbye, Dragon Inn nicht mehr als zehn Sätze gewechselt. Der erste fällt nach rund vierzig Minuten. Da ist der Film schon zur Hälfte vorbei. Und der Vielklang der Geräusche und Töne, die das Geschehen bis dahin begleitet hat, hat das Fehlen von Sprache gar nicht auffallen lassen. (Isabella Reicher) Wie die anderen Filme Tsai Ming-liangs ist Bu san in langen, statischen Einstellungen gedreht. Oft öffnen sich die Bilder für zwei Räume; am deutlichsten wird dies, wenn man die Schwertkämpfer in Aktion und dazu einen Teil des Kinosaals sieht. Einmal steht die Kartenabreißerin in einem Türrahmen links der Leinwand, während rechts von ihr der Film läuft. Oder wenn am Ende dieses langen Ganges ein Séparée im Neonlicht leuchtet, von Balken eingerahmt wie von einem zweiten Frame in der Tiefe des Bildes. Dort, in der Tiefe der Bilder, leuchtet fast immer eine Lichtquelle: grün, weiß, rötlich, als käme sie aus einer anderen Dimension. Indem sich die Bilder in zwei Räume teilen, schaffen sie sich ein Jenseits. Das passt zu Tsai Ming-liangs zentralem Sujet: der Gegenwart des Todes, der Melancholie, der Zeit, die vergangen und dennoch anwesend ist. (Cristina Nord)