7 WOMEN

V'04

7 WOMEN

John Ford
USA, 1965
87min, Omd/fU

7 WOMEN

John Ford
USA, 1965
, 87min, Omd/fU

Mit: 
Anne Bancroft
Dr. D. R. Cartwright
Margaret Leighton
Agatha Andrews
Flora Robson
Miss Binns
Sue Lyon
Emma Clark
Mildred Dunnock
Jane Argent

Produktion: 
Ford-Smith Productions, Metro-Goldwyn-Mayer (Bernard Smith)
Weltvertrieb: 
Verleih in Österreich: 
35 mm/Farbe

Sieben Engländerinnen, allen voran Anne Bancroft als energische Ärztin, arbeiten als Missionarinnen im China des Jahres 1935 - ihre Motive, ins Ausland zu gehen, sind so unterschiedlich wie die Interessen, die sie dort verfolgen und die Strategien, um mit den politischen Verhältnissen, den Männern und den Krankheiten fertig zu werden. Und es ist nicht allein Gott, auf den sie sich verlassen... Ford selbst betrachtete diesen Film als einen seiner besten. Eine Horde chinesischer Barbaren durchstreift das Grenzgebiet zwischen China und der Mongolei, wo 1935 eine von sechs Frauen geleitete amerikanische Missionsstation eingerichtet wurde. Einen lapidaren Vorspann lang wird das Dekor entworfen: Man betritt den abgeschlossenen Ort der Mission, einen Hort der Ordnung und der Rituale (eine Art weibliche Metapher für das Militärfort), um ihn in der Folge nicht mehr zu verlassen. Ford nimmt sich kaum die Zeit, das Porträt seiner Personen zu entwerfen, Identifikation und Charakterisierung laufen über die von der Erzählung vorgegebene Hierarchie. Nachdem der Film diese knappe Existenz angenommen hat, wagt er sich ohne offensichtlichen (nicht einmal historischen) Grund und nahezu ohne Neugier vor. Es ist nicht einmal sofort sicher, daß die Ankunft einer weiteren Frau, der Ärztin Doktor Cartwright, diese seltsam banale Atmosphäre stört. Die Ungeladene bringt natürlich ein wenig Handlung in die Ruhe der Mission: Sie schockiert durch ihre Mißachtung von Regeln, sie überrascht durch ihre Tüchtigkeit beim Ausbruch einer Cholera-Epidemie und bringt das wahre Temperament derjenigen zum Vorschein, die über sie urteilen. Wenn die Spannung in Seven Women auch unmerklich steigt, bereitet uns Ford nicht auf die Schlußszene vor. Der Film endet ebenso jäh, wie er begonnen hat, und bewahrt bis zum Schluß einen Blick von absoluter Reinheit, der niemals demonstrativ wie der Diskurs wurde. Der Fluß der Erzählung ist ein faszinierendes Geheimnis, ein unlösbares Rätsel. (Frédéric Strauss)