V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

Festivalarchiv 95

Festivalinfo

Von 1995-96 zeigte Alexander Horwath allein für das Programm der Viennale verantwortlich. Aufgrund des stark reduzierten Budgets trat das Festival in vergleichsweise schlankem Format in Erscheinung. Doch bestätigten die internationalen Feuilletons der Viennale 1995, Bemerkenswertes geleistet zu haben.
Die Sonderschau des Jahres 1994, "Cool.Pop.Politik.Hollywood 1960-1968", wurde 1995 mit "The Last Great American Picture Show. New Hollywood 1967-1976" fortgesetzt. Thema war die Gegenüberstellung populärer Gangsterfilme, Western und Komödien vor ihrem politischen, sozialen und kulturellen Hintergrund.

Erstmals wurde neben den bereits traditionellen Preisen (Wiener Filmpreis und Preis Neues Kino) eine weitere Auszeichnung verliehen. Den FIPRESCI-Preis für innovatives Kino, den eine fünfköpfige Jury renommierter Filmkritiker seither alljährlich an einen Erstlings- oder Zweitlingsfilm vergibt.

 

Trailer

GUSTAV DEUTSCH: FILM SPRICHT VIELE SPRACHEN

Aus 21 von 39 Fragmenten eines indischen Spielfilms mit französischen und arabischen Untertiteln wird eine einminütige Geschichte (re)konstruiert. Sie besteht aus vier Teilen, die den vier Schauplätzen der Filmfundstücke entsprechen – 1-Pferdekutsche, 2-Swimmingpool, 3-Tankstelle, 4-Bar – und die Themenbereiche 1-Liebe, 2-Eifersucht, 3-Verbrechen, 4-Geschäft behandeln.

Die vorgefundenen Längen der «Objets trouvés» wurden beibehalten, die Fragmente jedoch neu gereiht und durch neutrale Einsatzstücke von jeweils einem Kader in einer monochromen Farbe getrennt. Jedem der vier Kapitel ist eine koloristische Nuance und ein Wort zugeordnet.

Die Farben sind: 1-orange, 2-türkis, 3-violett, 4-blau, die Worte lauten: 1-FILM, 2-SPRICHT, 3-VIELE, 4-SPRACHEN. Diese Begriffe sind leinwandfüllend in weiß auf den jeweiligen Farbhintergrund gesetzt. An den Filmfundstücken wurden keine technischen Korrekturen vorgenommen; man sieht sie mit all ihren Beschädigungen und Verschmutzungen in der gesamten Breite mit Lichttonspur und Perforation als Filmobjekt. Die Geschichte des Filmfundstücks wird zu einem Symbol für die Geschichte des Films. Film spricht viele Sprachen und ist doch, bei aller Fremdartigkeit der verschiedenen Idiolekte, ein universell verständliches Kulturgut. Gustav Deutschs Arbeit kann als Reminiszenz und Hommage an die Geschichte(n) des Films und des Kinos verstanden werden – unter besonderer Berücksichtigung des Landes mit der weltweit größten Filmproduktion.

 

GUSTAV DEUTSCH: FILM SPRICHT VIELE SPRACHEN

A 1995, 1 Minute
35 mm/1:1,66/Farbe
Montage: Gustav Deutsch
Produktion und Weltvertrieb: Gustav Deutsch, Morizgasse 7, 1060 Wien, T +43 1 596 20 91, F+ 43 1 596 20 91

GUSTAV DEUTSCH
Geboren 1952 in Wien. Zeichnungen seit 1963, Musik seit 1964, Fotografie seit 1967, Architektur seit 1970, Video seit 1977, Film seit 1981, Aktionen seit 1983 in Österreich, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, England, Marokko, Griechenland und Türkei.
Filme (Auswahl): ASUMA (1984), WOSSEA MTOTOM (1986), ADRIA, URLAUBSFILME 1954-68 (1990), WELT/ZEIT 25.812 MINUTEN (1990), AUGENZEUGEN DER FREMDE (1993), 55/95 (1994), MARIAGE BLANC (1996), FILM IST. (1-6) (1998), FILM IST. (7-12) (2002), WELT SPIEGEL KINO (2005), FILM IST. A GIRL & A GUN (2009).

Sujet


Konzept und Realisation: DMC
© Viennale

Photos

Filmpreis

WIENER FILMPREIS

Im Jahr 1995 ging der Wiener Filmpreis an:

VORWÄRTS
Susanne Freund, A 1995

DIE AMEISENSTRASSE 
Michael Glawogger, A 1995

 

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