V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

Festivalarchiv 16

Festivalinfo

BILANZ DER VIENNALE 2016

Mit der Galavorführung des Films LA LA LAND ging die 54. Auflage erfolgreich zu Ende. Das Festival, das 2016 um einen Spieltag kürzer war und zusätzlich auf die Frühschiene im Gartenbaukino verzichtete, hatte damit um rund 8.000 Karten weniger im Angebot als im Vorjahr. Dennoch ist der Viennale 2016 mit 92.300 BesucherInnen im Vergleich zu 94.100 BesucherInnen im Jahr 2015 ein außergewöhnlich schöner Erfolg gelungen. Dem leichten Rückgang an Besucherzahlen stand eine deutliche Steigerung der Auslastung von 76,4% im Vorjahr auf 82,3% sowie eine höhere Anzahl an ausverkauften Vorstellungen gegenüber. Diese sind von 123 im Jahr 2015 auf 154 gestiegen. Zusammenfassend  lässt sich sagen, dass der Viennale 2016 ein großer und sehr erfreulicher Erfolg beschieden war und die Reduktion des Programms und Angebots nur unwesentlich zu Buche geschlagen hat.

„Das diesjährige Festival war für mich zu meinem 20jährigen Jubiläum ein ganz besonderes Geschenk. Ich weiß nicht, wem wir das verdanken, aber selten wurde eine Viennale sowohl vom Kinopublikum als auch von der internationalen Kritik durchgehend so positiv und teilweise begeistert angenommen“, so Viennale Direktor Hans Hurch.

Von den diesjährigen Sonderprogrammen war das Tribute an Peter Hutton eine äußerst positive Überraschung, ebenso das Mini-Tribute an Kenneth Lonergan. Großes Interesse galt auch der Retrospektive des österreichischen Filmarchivs zum Filmemigranten Robert Land. Zu den Highlights des diesjährigen Festivals zählte der Eröffnungsfilm MANCHESTER BY THE SEA in Anwesenheit des Regisseurs Kenneth Lonergan, die großen Gartenbaukino-Premieren einer Reihe von neuen österreichischen Filmen sowie der Besuch der amerikanischen Künstlerin Patti Smith, die dem Festival eine eigene Fotoausstellung gewidmet sowie ein großartiges Konzert im ausverkauften Gartenbaukino gegeben hat. Hervorzuheben ist auch die außergewöhnlich hohe Anzahl an wichtigen internationalen Regisseuren, die beim Festival zu Gast waren, um hier ihre Arbeiten zu präsentieren, darunter Terence Davies, Luc Dardenne, Olivier Assayas, John Carpenter, Abel Ferrara, Albert Serra, Julien Temple, Betrand Bonello oder Cristi Puiu.

Die große, gemeinsam mit dem Filmmuseum veranstaltete Retrospektive EIN ZWEITES LEBEN – THEMA UND VARIATION IM FILM kam, hochgerechnet auf die Gesamtlänge des Programms, auf etwa 5.400 BesucherInnen.

Trailer

V'16 TRAILER

Klaus Wyborny: CINÉMA VÉRITÉ

Wenige Filmemacher jenseits von Jean-Marie Straub liegen Hans Hurch so sehr am Herzen wie Klaus Wyborny, dessen jeweils aktuellen Arbeiten in den letzten Jahre stets zuerst auf der Viennale zu sehen waren. Mit DAS LICHT DER WELT  (2015) entstand denn auch ein Film aus diesem Nahverhältnis heraus: Wyborny filmte 2010 im (mittlerweile aufgelassenen) Stadtkino am Schwarzenbergplatz die Weltpremiere von STUDIEN ZUM UNTERGANG DES ABENDLANDES (2010), und mochte die Bilder aus dem dunklen, allein durch den Film teilerhellten Saal so sehr, daß er bei mehreren späteren Präsentationen des Werks zwischen Portugal und den USA dasselbe tat, um diese Aufnahmen dann zu einem Gewebe aus Orten und Zeiten zu verweben – zu einer Vision von Kino als einem Gleiten über die Erdteile auf des Projektors Licht. Gefeiert wird hier eine Praxis, die es ob ihres inhärent demokratischen Geistes zu verteidigen gilt, darin auch eine Art, das Leben wahr(wahr!)zunehmen, einzutauchen in den Reichtum, die Herrlichkeit der uns umgebenden Erscheinungen, wie es nur der Film (egal ob analog oder digital) hervorzubringen vermag.

Mit CINÉMA VÉRITÉ verdichtet Wyborny diese Utopie Kino nun auf Trailer-Länge, Manifest-Dichte. Kino, so wie es Wyborny versteht und die Viennale praktiziert, ist ein ständiger Aufbruch in die Wirklichkeit. Und was ist ein Trailer anderes als eine Einladung zum Aufbruch ins Ungewisse – eine Verführung, nach weniger als einer Minute oder auch nach 485 Minuten als ein neuer Mensch in die Welt hinauszugehen? Das ist die einzige Kino-Wahrheit, auf die zu hoffen sich lohnt.

CINÉMA VÉRITÉ
Klaus Wyborny (D/A 2016)
Regie, Kamera, Schnitt, Musik: Klaus Wyborny

Gäste

Die Viennale hat 150 RegisseurInnen und SchauspielerInnen in Wien willkommen geheißen, die ihre Filme persönlich beim Festival präsentierten.

Zu den internationalen Medien, die 2016 bei der Viennale vertreten waren, zählten neben zahlreichen anderen Le Monde, Libération, Süddeutsche Zeitung, FAZ, taz, Tagesanzeiger, Ethnos, Milliyet, Al Ahram, Deutschlandradio Kultur, France24 und BBC World, sowie Fach und Branchenmedien wie Cahiers du cinema, Sight & Sound, Film Comment, Cinemascope, Filmbulletin, Filmdienst, epd Film, cargo, Indiewire, mubi.com, kinozeit.de, critic.de,  artechock.de, otroscines.com, mediacritica.it, Filmögon, Ekran, Film International, Cinephilia, Altyazi, und Kunst und Film.
Wir durften zudem VertreterInnen der Berlinale sowie der Filmfestivals von Cannes, Locarno, Marseille, Lissabon, Oberhausen, Mexiko City, Prag, München u.a. bei der Viennale willkommen heißen.

Insgesamt waren rund 700 Medien- und BranchenvertreterInnen bei der Viennale 2016 akkreditiert.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim Festival 2017.

Sujet

Konzept & Realisation: Rainer Dempf
© Viennale

Photos

Hier sehen Sie eine kleine Auswahl der schönsten Fotos der Viennale 2016:
(Die Bildergalerien der einzelnen Festivaltage finden Sie hier.)

Rahmenprogramm

Das Festivalzentrum in der alten Hauptpost geht in die fünfte Runde

Diskussionen und musikalische Acts standen auch 2016 wieder auf dem Programm in der Dominikanerbastei 11.

Die Cypress Junkies gaben den Startschuss für den Partyreigen im Festivalzentrum. Es folgten Abende mit Live-Konzerten von Carsten «Erobique» Meyer,  Singer-Songwriterin Anna B Savage , Terrel Wallace aka Tall Black Guy, Burriers und Roosevelt. Pianist und Produzent Rupert Huber präsentierte im Festivalzentrum die Höhepunkte des von ihm komponierten Soundtracks zum Film AUF EDITHS SPUREN live. Dem diesjährigen Viennale-Special «Analog Pleasure» wurde auch im musikalischen Rahmenprogramm Tribut gezollt. Analogen Musikgenuss gab es von Universal Beatnik und Alaska Al vom Accordia Schallplattenclub

Die Liste der DJs war auch 2016 wieder vom Feinsten: DJs Liza Levitas (SISTERS), Noisolepsy (ASSQUAKE) und J’aime Julien (MALEFIZ), THAT GOOD VIBE COLLECTIVE, Doug Shipton (FINDERS KEEPERS), SupAfly Collective (RADIO BUZZ),

Zum Abschluss der V'16 brachte DJ Safi mit seinen Oriental Tunes und Live-Tables das Festivalzentrum zum Beben.

Filmpreis

Wiener Filmpreis

Im Jahr 2016 ging der WIENER FILMPREIS an:

Kategorie Spielfilm
THANK YOU FOR BOMBING, Barbara Eder, A 2015

Kategorie Dokumentarfilm
HOLZ ERDE FLEISCH, Sigmund Steiner, A 2016

Jury: Valerie Fritsch, Miriam Hie, Rudi Klein, Teresa Rotschopf, Hans-Peter Wipplinger

FIPRESCI PREIS

Im Jahr 2016 ging der FIPRESCI-PREIS an:

BODKIN RAS, Kaweh Modiri, Niederlande/Belgien 2016

Jury: Petra Erdmann (Radio FM4), Beat Glur (Berner Kulturagenda), Suncica Unevska (Nova Makedonija Daily; Film Plus; Kinopis)

Standard Viennale Publikumspreis

Im Jahr 2016 geht der STANDARD VIENNALE PUBLIKUMSPREIS an:

UNDER THE SHADOW, Babak Anvari, Iran/Jordanien/Katar/Großbritannien 2016

Jury: Hannes Fuchshofer, Maria Hirsch, Thomas Leitner, Fransa Routhin, Barbara Sorger

MehrWERT-Filmpreis der Erste Bank

Der 2016 zum sechsten Mal vergebene MehrWERT-Filmpreis der Erste Bank geht dieses Jahr an:

MISTER UNIVERSO
Tizza Covi, Rainer Frimmel, A/I 2016

 

 

MOGHEN PARIS – UND SIE ZIEHEN MIT
Katharina Copony, A/I 2016

 

 

Jury: Silvia Bohrn, Boris Manner, Franz Schwartz

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