V'21 Historiografie: SCHÄTZE UND ENTDECKUNGEN

FILME VON SARA GÓMEZ UND SEGUNDO DE CHOMÓN

Unter jenen Werken, die im Programm der Viennale die unverzichtbare Arbeit der Stiftungen und Archive repräsentieren, findet sich der letzte Film von Sara Goméz (1942–1974); zugleich der erste kubanische Langfilm, der von ei- ner Frau gedreht wurde. Eher Doku- drama als Spielfilm geht DE CIERTA MANERA in einem Viertel am Rande Havannas der Frage nach, wie das Erbe der rassistischen und sexistischen Kolonialgesellschaft demontiert werden kann; ist dessen Überwindung doch unabdingbare Voraussetzung für das Werden des Neuen. Innovator ganz an- derer Art war Segundo de Chomón (1871–1929), dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährt. Neben Georges Méliès und Gaston Velle zählt der spanische Pionier, der ein unermüdlicher Tüftler war, zu den Filmtrickzauberern der ersten Stunde. Bevor er in Paris bei den Brüdern Pathé als Fachmann für Verwandlungsszenen anfing, arbeitete Chomón in Barcelona zunächst eher dokumentarisch; später setzte er seine Karriere als Meister der Spezialeffekte erfolgreich in Italien fort.