MARFA ŞI BANII

V'02

MARFA ŞI BANII

STUFF & DOUGH

Cristi Puiu
Rumänien, 2001
Spielfilme, 90min, OmeU

MARFA ŞI BANII

Cristi Puiu
Rumänien, 2001
Spielfilme, 90min, OmeU

Mit: 
Alexandru Papadopol
Ovidiu
Dragoş Bucur
Vali
Ioana Flora
Betty
Răzvan Vasilescu
Marcel Ivanov
Luminiţa Gheorghiu
Mama
Doru Ana
Doncea
Petre Pletosu
Drehbuch: 
Răzvan Rădulescu
Cristi Puiu
Ton: 
Andrei Pap
Călin Potcoavă
Kamera: 
Silviu Stăvilă
Schnitt: 
Ines Barbu
Nita Chivulescu
Ausstattung: 
Andreea Hasnaş
Adriana Iuraşcu
Kostüm: 
Andreea Hasnaş
Adriana Iuraşcu

Produktion: 
Societatea Commerciala Rofilm 4-6 Dem Dobrescu, sect. 170414 Bukarest, RumänienT 1 310 0672 asalcudeanu@yahoo.com
Weltvertrieb: 
Centrul National Al Cinématografiei 25 Thomas Masaryk St., sect. 270414 Bukarest, RumänienT 1 210 3762 asalcudeanu@yahoo.com
Format: 
35 mm
Farbe

Ovidiu lebt in der Stadt Constanta und betreibt dort eine Art Geschäft: Er verkauft Snacks und Soft Drinks vom Fenster seiner Wohnung aus. Ovidiu will sein Business ausbauen und einen Kiosk kaufen, aber er hat das Geld nicht. Marcel, ein lokaler Gangster, scheint es möglich zu machen: Er bietet Ovidiu 2000 Dollar, falls dieser eine Tasche voller «Medikamente» bei einer Adresse in Bukarest abliefere. Der Deal scheint klar: hin und zurück, ohne Pause, nicht einmal zum Tanken oder für die Toilette, und keine Zeugen. Ovidiu macht sich in einem klapprigen Kleinbus auf den Weg, begleitet von seinem Freund Vali und dessen Freundin Betty. Aber warum folgt ihnen ein roter Landrover und versucht, sie von der Straße zu drängen? Warum sehen sie den Landrover bei der Rückfahrt noch einmal, von Polizei und Schaulustigen umringt und von Einschusslöchern durchsiebt? Und weshalb macht ihnen Marcel nach ihrer Rückkehr ein Angebot, das sie «besser nicht ablehnen sollten»? Cristi Puiu gelingt ein Film von erstaunlicher Ambiguität: Einerseits folgt er seinen Protagonisten mit der Handkamera, in einem fast dokumentarischen Stil, andererseits schafft er es, eine Spannung wie in einem klassischen Suspense-Film aufzubauen. Diese Methode lässt an eine Kreuzung zwischen Steven Spielberg und Jacques Doillon denken, zwischen Duel und Le petit criminel. (Frédéric Strauss) Cristi Puiu und sein Ko-Drehbuchautor Razvan Radulescu brauchen nur wenige Elemente, um den Zustand der postsozialistischen Gesellschaft Osteuropas zu beschreiben und zu reflektieren: die privaten Versuche, sich über Wasser zu halten, die verzweifelte Orientierungslosigkeit eines Volkes ohne Perspektiven und die allzu schnelle und desorganisierte Verwestlichung. Dazu kommen eine korrupte Polizei und eine immer mächtiger werdende Mafia. Die Bewohner des Landes sitzen in der Falle wie einst der römische Dichter Ovid, der in Constanta in der Verbannung lebte und nicht mehr nach Rom zurückkehren durfte. (Ricardo Bula)