HYPOTHèSE DU TABLEAU VOLé

V'07

L' HYPOTHèSE DU TABLEAU VOLé

Raul Ruiz
F, 1979
66min, OmdU

L' HYPOTHèSE DU TABLEAU VOLé

Raul Ruiz
F, 1979
, 66min, OmdU

Mit: 
Jean Rougeul
Carlos Asorey
Alfred Baillou
Corinne Berjot
Jean Bessière
Guy Bonnafoux
Aldo Boselli
Christian Broutin
Jacques Brunswig
Oreste Canakis
Philippe Chassel
Alix Comte
u. A.

Produktion: 
Institut National de l'Audiovisuel (INA)
Weltvertrieb: 
Verleih in Österreich: 
35 mm/SW

Für einen unsichtbaren Besucher unternimmt ein Sammler einen Rundgang durch sein Haus, in dessen Verlauf er sechs Bilder von Tonnerre, einem Salonmaler des 19. Jahrhunderts, kommentiert … Die Gemälde, so sagt er, seien künstlerisch wertlos, schlampig gemalt und scheinbar unzusammenhängend in Stil und Thema. Dennoch findet er zwischen den in seinem Haus als tableaux vivants nachgestellten Bildern zahlreiche mögliche Verquickungen, ohne freilich mit seiner finalen Schlussfolgerung zufrieden zu sein. Vielleicht war all der dechiffrierende Aufwand vergebens, denn das vorläufige Ergebnis, demzufolge die Bilderserie auf skandalöse erotische Konstellationen im Hause eines Marquis de I. hinweise, könne doch bestenfalls der Prätext sein zu einem weiteren in den Bildern versteckten Geheimnis. Vielleicht – aber an dieser Stelle sinkt der von seinen eigenen Lösungsversuchen erschöpfte Sammler in den Schlaf – stellt der Zyklus das Wiederaufleben eines geheimen militärischen Kultes, der „Zeremonie“, dar? L’Hypothèse… ist eine sehr literarische Meditation über das Thema von parallelen Welten, von Geheimbotschaften, die sich als Zufälle und Übereinstimmungen ausgeben. Unverkrampft entrichtet Ruiz seinen Tribut an Borges, Calvino und die paranoiden Geschichten von Thomas Pynchon. Aber, wie bei Umberto Ecos „Name der Rose“, handelt es sich auch um eine Detektivgeschichte. Die Indizien, soweit sie auf eine Konspiration und Vertuschung in der Welt der Geschichte verweisen, formieren sich immer deutlicher zu einer Allegorie des Lesens und der Sinnproduktion selbst […] («Monthly Film Bulletin» LI/611, 1984) Wird zusammen gezeigt mit Sur le passage de quelques personnes à travers une assez courte unité de temps . Lesen Sie den gesamten Text, sowie weitere Beiträge zur Retrospektive 2007 in der VIENNALE-Publikation Der Weg der Termiten. Beispiele eines Essayistischen Kinos 1909–2004.