OUT 1: SPECTRE

V'02

OUT 1: SPECTRE

Jacques Rivette
F, 1972
255min, OmdU

OUT 1: SPECTRE

Jacques Rivette
F, 1972
, 255min, OmdU

Cast: 
Jean-Pierre Léaud
Colin
Juliet Berto
Frédérique
Michèle Moretti
Lili
Michel Lonsdale
Thomas
Bernadette Lafont
Sarah
Bulle Ogier
Pauline/Emilie
Françoise Fabian
Lucie
Hermine Karagheuz
Marie
Pierre Baillot
Quentin
Gilette Barbier
Vermieterin
Jean-Pierre Bastid
Gangster
Michel Berto
Honeymoon
Jean Bouise
Warok
Pierre Cottrell
erster Pornograf
Jacques Doniol-Valcroze
Etienne
Bernard Eisenschitz
zweiter Pornograf
Louis Julien
Max
Michèle Khan
Minette
Alain Libolt
Renaud
Edwine Moatti
Béatrice
Karen Puig
Elaine
Eric Rohmer
der Balzac-Experte
Barbet Schroeder
Gian-Reto
Jean-François Stevenin
Marlon

Production: 
Sunchild/Sunshine/Les Films du Losange
World Sales: 
Distribution in Austria: 
16 mm/1:1,33/Farbe

Jacques Rivette: «Out 1 Spectre» Die Zuschauer sollten wissen, dass der Film im April und Mai 1970 gedreht wurde, zwei Jahre also nach den Ereignissen, die nicht nur in Paris und beinahe überall in Europa, sondern sogar in den USA einigen Lärm verursachten. Es ist ein Film, der ohne geschriebenes Drehbuch gedreht wurde, nur mit einer Disposition über die Personen. Alle Schauspieler improvisierten und erfanden ihre Figuren selbst. Erst kurz vor Drehbeginn machten wir eine Art Diagramm darüber, wer wem begegnen sollte. Beim Drehen selbst ging es darum, dass eine Person einer anderen begegnete, und sie über Dinge sprachen, die in Zusammenhang mit zwei anderen Personen standen, nämlich Colin und Frédérique, die, ohne voneinander zu wissen, auf einer parallel verlaufenden Suche waren. Wir montierten eine lange Fassung für das Fernsehen, die aus acht Teilen, zwischen 90 und 105 Minuten lang, bestand. Ein Jahr später machten wir eine für das Kino bestimmte Fassung: Out 1 Spectre, gewissermaßen ein Kondensat der Langfassung, wobei die Ereignisse nicht unbedingt in derselben Reihenfolge blieben, einige beibehalten, andere verändert wurden. Aber es ist doch im Wesentlichen dieselbe Handlung, derselbe plot. Man kann von normalen Zuschauern nicht erwarten, dass sie in ihrem geschäftigen Leben 13 Stunden Zeit finden. Deshalb ist der vollständige Film als Serie gedacht. In ihm gibt es Abenteuer, wenn auch sicher weniger Action als in einer Krimi-Serie und weniger Liebe als in den amerikanischen Serien. Diese Abenteuer mögen etwas rätselhaft sein und sich hauptsächlich in den Köpfen der Figuren abspielen. Aber es werden nicht nur Träume ausgelöst, sondern auch Bewegungen, denn es geht ja nicht um freischwebende Geister. Im Gegenteil, mehr als die Hälfte der Besetzung des Films sind Schauspieler, die es gewohnt sind, mit ihrem Körper zu arbeiten. Die 13-Stunden-Fassung soll man also in acht Teilen anschauen, während man die 255-Minuten-Fassung in einem Stück im Kino sehen sollte. Man kann die lange Fassung wie ein Serial von Feuillade oder wie eine TV-Serie anschauen, es ist ein offener Film, bei dem verschiedene Betrachtungsweisen möglich sind. Es ist auch ein Episodenfilm, und wir haben uns das Vergnügen gemacht, willkürliche Verwicklungen wie bei Feuillade einzubauen ein äußerlicher Aspekt, aber mir gefallen Anekdoten und lustige kleine Dinge, die die Aufmerksamkeit beschäftigen. Allerdings ist dies nicht das Ziel des Films, sondern nur ein Mittel. Das Ziel ist eher das, wovon Louis Jouvet sprach. Das Wort «sentiments» bezeichnet gut, was man anstreben muss: Empfindungen, die zwischen den verschiedenen Figuren entstehen und die man auf die eine oder andere Weise durch die Gestaltung, den Rhythmus, das Spiel der Darsteller auch den Zuschauern vermitteln kann. Wenn sie sich aufs Zuschauen einlassen.