V’17: OCTOBER 19 – NOVEMBER 2, 2017

PREISTRÄGER DER VIENNALE 2016

Viennale Direktor Hans Hurch, © Viennale | Robert Newald

WIENER FILMPREIS

Jury: Valerie Fritsch, Miriam Hie, Rudi Klein, Teresa Rotschopf, Hans-Peter Wipplinger
Zum achten Mal wird der «Wiener Filmpreis» gesondert in den Kategorien «Spielfilm» und «Dokumentarfilm» vergeben. Es gibt zwei gleichwertige Auszeichnungen, von denen jede mit Geldspenden und Sachwerten in der Höhe von rund 11.000 Euro dotiert ist. Die Viennale bedankt sich aus diesem Anlass sehr herzlich bei «BLAUTÖNE» und «viennaFX» sowie dem Kulturamt der Stadt Wien. Durch die Großzügigkeit und das Engagement aller Beteiligten ist der «Wiener Filmpreis» weiterhin Ermutigung und Anerkennung für die Arbeit österreichischer Filmemacher und Filmemacherinnen.

Spielfilm
THANK YOU FOR BOMBING, Barbara Eder, A 2015
Auszug aus der Jurybegründung:
Es ist die Geschichte von drei KriegsreporterInnen während ihres Einsatzes in Afghanistan, die in drei spannend erzählten Episoden lose zusammengeführt werden. Neben diesen persönlichen Narrationen, in denen die SchauspielerInnen überzeugen, wirft der Film vor allem medien- und gesellschaftsanalytische Fragen auf. Es geht also darum, echte Information von propagandistischer Desinformation unterscheidbar zu machen, ob nun, wie in diesem Film, am Beispiel der Kriegsberichterstattung oder generell in der alltäglichen Berichterstattung. THANK YOU FOR BOMBING trägt zu einer Reflektion über diese Thematik bei.

Dokumentarfilm
HOLZ ERDE FLEISCH, Sigmund Steiner, A 2016
Auszug aus der Jurybegründung:
Sigmund Steiner, selbst Bauernsohn, begleitet in seinem essayistischen Dokumentarfilm drei Männer bei der Arbeit im Wald, auf dem Feld und auf der Alm. Dabei gibt er einen sensiblen Einblick in ihre Gedankenwelt, schafft eine Metaebene
des Vater-Sohn-Konflikts, der sich als roter Faden durch den Film zieht. Die Behutsamkeit, mit der Steiner mit seinen Protagonisten umgeht, spürt man in jeder Minute. Deshalb gelingt es ihm auch auf bemerkenswerte Weise, dass sie – durchlässig,
die Kamera scheinbar vergessend – ihre Geschichte erzählen, die auch ein bisschen die Geschichte von Sigmund Steiner ist.

STANDARD-VIENNALE-PUBLIKUMSPREIS

Jury: Hannes Fuchshofer, Maria Hirsch, Thomas Leitner, Fransa Routhin, Barbara Sorger
Der Preis der Standard-Leserjury geht an einen Film, der noch keinen Verleih in Österreich hat und dem ein Kinostart in Österreich besonders empfohlen wird. Findet der Film einen Verleih, ist der Kinostart mit kostenlosem Anzeigenraum in
der Tageszeitung «Der Standard» verbunden.
Der STANDARD-PUBLIKUMSPREIS geht an:

UNDER THE SHADOW, Babak Anvari, Iran/Jordanien/Katar/Großbritannien 2016
Auszug aus der Jurybegründung:
Das Gespenst des Terrors geht um, unsichtbar, unfasslich. Aus historischer Begebenheit heraus erwächst eine häusliche Fiktion, die äußeren und inneren Krieg kurzschließt und zwischen Konkretheit und verstörender Allgemeinheit oszilliert. Das Böse wandert mit dem Wind heißt es einmal – dieser Film stürmt die Wahrnehmung, fließt formal ineinander, jeder Filmmoment sitzt; ein cineastischer Trip, dem man sich nicht entziehen kann und will.

FIPRESCI PREIS (PREIS DER INTERNATIONALEN FILMKRITIK)

Jury: Petra Erdmann (Radio FM4), Beat Glur (Berner Kulturagenda), Suncica Unevska (Nova Makedonija Daily; Film Plus; Kinopis)
Zur Auswahl steht eine Reihe von Erst- und Zweitfilmen junger RegisseurInnen.
Der FIPRESCI-PREIS geht an:

BODKIN RAS, Kaweh Modiri, Niederlande/Belgien 2016
Auszug aus der Jurybegründung:
Das Auftauchen eines mysteriösen Fremden in einer schottischen Kleinstadt legt bei den Einheimischen Gefühle der eigenen Entfremdung frei. Der Film BODKIN RAS beeindruckt in der Art und Weise, wie es ihm gelingt, die verschiedenen Facetten des gesellschaftlichen Ausgeschlossenseins zu thematisieren. Regisseur und Autor Kaweh Modiri überschreitet – nicht nur in formaler, sondern auch in narrativer Hinsicht überraschend – die dünne Linie zwischen Fiktion und Dokumentarischem.

MehrWERT-FILMPREIS DER ERSTE BANK

Jury: Silvia Bohrn, Boris Manner, Franz Schwartz
Die Erste Bank vergibt heuer zum sechsten Mal den «Erste Bank MehrWERT-Filmpreis» unter den bei der Viennale 2016 präsentierten Filmen österreichischer FilmemacherInnen. Der Preis besteht aus einem Aufenthalt in New York City mit
Unterbringung, Reisekosten und finanziellen Zuschuss. Der Erste Bank MehrWERT-Filmpreis ist eine Kooperation der Erste Bank mit der Viennale, dem Deutschen Haus at NYU sowie dem Austrian Cultural Forum New York.
Der MehrWERT-Filmpreis geht an:

MISTER UNIVERSO, Tizza Covi, Rainer Frimmel, A/I 2016 und
MOGHEN PARIS – UND SIE ZIEHEN MIT, Katharina Copony, A/I 2016
Auszug aus der Jurybegründung:
Die erste Produktion, die von der Jury prämiert wird, ist ein Spielfilm. Ein charmanter, empathischer und zugleich optimistischer Film, der durch Sympathie und Authentizität der ProtagonistInnen überzeugt. Eine Geschichte wie das Leben
selbst. Ein junger Mann nimmt das Verschwinden seines Talismans zum Anlass, den Alltag hinter sich zu lassen. Er fährt quer durch Italien auf der Suche nach dem ehemaligen Mister Universum, um seinen Glücksbringer zurückzuholen. Eine
außergewöhnliche Spurensuche als feinsinnige Entdeckungsreise mit magischen Momenten. Der MehrWERT-Filmpreis 2016 geht an Tizza Covi und Rainer Frimmel für MISTER UNIVERSO.
Die zweite Produktion, die von der Jury prämiert wird, ist ein Dokumentarfilm. Ein Film, der uns auf eine atmosphärische Reise einlädt, beginnend mit uralten Korkeichen führt er behutsam zu einem Karnevalumzug in einem sardischen Bergdorf.
Es ist die filmische Übersetzung eines magischen Vorganges. Die Magie zeigt sich in der sozialen Praxis des Karnevals, die sich in der Form einer Bewegung hin zum kollektiven Rausch entwickelt. Es ist eine lebendige, mitreißende Wandlung in einem Gefüge, die nicht in der Erinnerung eingeschrieben, aber dennoch im Handeln der Menschen sichtbar wird. Der MehrWERT-Förderfilmpreis 2016 geht an Katharina Copony für MOGHEN PARIS – UND SIE ZIEHEN MIT.

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