Kinematografie: KEINE ANGST

ÖSTERREICHISCHES KINO DER 80ER JAHRE

Die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts werden wohl nicht als die beste Zeit in die Geschichte eingehen: Kalter Krieg, Umweltkatastrophen, AIDS und die Angst vor dem Super-GAU sind allgegenwärtig, neoliberale und konservative Politiker an den Schalthebeln der Macht. Österreich, die kleine Insel der Seligen, bildet da keine Ausnahme: ein Jahrzehnt, geschüttelt von Skandalen und Affären, Nährboden für vieles, was da noch kommen wird. Das Filmarchiv Austria beleuchtet in 15 Programmen (fünf davon auf der Viennale) die Ängste einer Gesellschaft, aufgerieben zwischen „No Future“ und leeren Durchhalteparolen: Darin sind uns die 80er Jahre heute vermutlich näher, als uns lieb ist. ANGST von Gerald Kargl, der seit seiner Premiere 1983 in Österreich nicht mehr zu sehen war und in einer neurestaurierten Fassung gezeigt wird, bildet den Ausgangspunkt dieser Filmschau. „Keine Angst“ lautet daher im Umkehrschluss unser Motto, Hansi Langs gleichnamiger Hymne auf ein Lebensgefühl entnommen, und Einladung ans Publikum, sich mit uns auf diese Zeitreise zurück zu den Wurzeln des Neuen Österreichischen Films zu begeben.

Zu Beginn jeder Vorführung (außer 24.10., ANGST) werden jeweils 7–8-minütige Episoden aus dem Kinomagazin SCOPE der Jahre 1982 und 1983 gezeigt.