Historiografie: DAVID SCHICKELE

ZWISCHEN USA UND NIGERIA

Die amerikanische Freiwilligenorganisation Peace Corps wurde 1961 von Präsident John F. Kennedy ins Leben gerufen. David Schickele (1937–1999) gehörte zu den ersten, die auf diesem Wege zu einer Verbesserung der Welt beitragen wollten. Noch im Gründungsjahr ging er nach Nigeria, um dort Englisch zu unterrichten. Der Film BUSHMAN (1971), für den Schickele nun vor allem bekannt ist, hat seinen Ursprung in den Freundschaften, die er damals dort schloss. 1966 entstand GIVE ME A RIDDLE, der Schickele, der in den USA als Schauspieler und Musiker reüssierte, an seinen früheren Einsatzort zurückführte. Obgleich als Werbefilm für das Peace Corps gedacht, enthält GIVE ME A RIDDLE auch schon Reflexionen über die Rolle der amerikanischen „Helfer“ in der „Dritten Welt“. Mit BUSHMAN suchte Schickele dann nach einem Blick aus der Gegenrichtung: Ein Mann aus Nigeria kommt an die amerikanische Westküste. In der komplementären Konstellation der beiden Filme, die bei der Viennale zu sehen sind, entsteht ein kritisches Bild der frühen postkolonialen Kondition.

In Anwesenheit von Gail Schickele.