Tribute: Manoel de Oliveira

How Green was my Valley
Ein Tribute an den Filmemacher Manoel de Oliveira

«Ich lasse im Bild immer viel Luft um die Figuren herum», sagte er einmal, «denn ihre Seelen brauchen Raum.» Welch ein Glück, dem Werk eines  Filmemachers zu begegnen, der die  eigene Arbeit so genau kannte und verstand! Gewiss, Manoel de Oliveira konnte sich mit Worten maskieren, sich listig hinter mundgerechten Deutungen verbergen. Wer wüsste besser als er, dessen Karriere mehr als acht Jahrzehnte umfasst, dass sich ein  Regisseur nicht sofort in die Karten blicken lassen sollte? Aber vielleicht liefert der Satz ja doch einen Schlüssel zu dem auf leuchtende Weise asketischen Kino des Portugiesen, welches das vermeintlich Unverzichtbare gern ausspart, um das Unsichtbare umso klarer zum Vorschein zu bringen. Womöglich erklärt er die gespensterhafte, zugleich aber ganz konkrete Präsenz seiner Darsteller und die strenge, an Malerei und Theater geschulte Komposition seiner Bilder. Das Geheimnis der Intimität dieses Kinos enthüllt er nicht. Das, darauf vertraute der Regisseur voller Zuversicht, wird dem Zuschauer  allein gelingen.

Kuratiert von Pedro Costa.