Tribute: Harun Farocki

Die Inschrift der Welt
Zur Erinnerung an den Filmemacher Harun Farocki

Am 30. Juli 2014 starb unerwartet im Alter von 70 Jahren der deutsche Filmemacher und Videokünstler Harun Farocki. Farocki hatte, beginnend Mitte der 60er Jahre über mehrere Jahrzehnte und rund 120 Filme und Installationen hinweg, die höchst originäre und spezifische Form eines essayistisch dokumentarischen Kinos entwickelt, das sich auf vielfältige Art mit den Funktionsweisen, den Wirklichkeiten und Ideologien moderner medialer Bildproduktion beschäftigt. In zugleich analytischer wie spielerischer Form, fragend, behauptend, spekulierend und insistierend entwarf der Filmemacher ein politisch und ästhetisch herausforderndes und reiches Œuvre, das im zeitgenössischen Filmschaffen nicht seinesgleichen findet. Mit Farocki verliert das Kino einen großen Denker, Provokateur und Analytiker. Und einen wunderbaren Menschen. Im Eingedenken an Harun Farocki widmet die Viennale dem Filmemacher ein mehrteiliges Programm seiner wichtigsten Arbeiten.