Tribute: Gonzalo García Pelayo

Eines der aufregendsten Geheimnisse des spanischen Kinos: Ein andalusischer Auteur, dessen schmales Schaffen sich auf eine so kurze wie entscheidende Periode in der Entwicklung des Landes beschränkt: die Transición (1976–1983), die Zeit zwischen dem Tod Francos und dem Sieg der Sozialisten. Beginnend mit seinem schon ein Jahr vor der Zeitenwende realisierten Debüt, MANUELA (1976), verkörpert Gonzalo García Pelayos Kino aufs Vollkommenste, worum es in jenen Jahren des Suchens und Versuchens ging: den Aufbruch in eine Freiheit, die es Stück für Stück zu erkennen, erfahren, erforschen, erleben, erhalten gilt. Der Schlüssel zu García Pelayos Kosmos ist ein jeder Verschubladung spottender Hybrid aus Beziehungsmelodram, Ethnografie im eigenen Hinterhof und Lehrstück: VIVIR EN SEVILLA (1978), der sich wie ein ekstatisches Ausschütteln nach den faschistischen Zwingdekaden schaut. Die freigeistig-anarchische Sprache dieses Solitärs animiert auch García Pelayos exquisite Genre-Abenteuer, die Sex-Roadmovies FRENTE AL MAR (1978) und CORRIDAS DE ALEGRÍA (1982) sowie die Teenager-Romanze ROCÍO Y JOSÉ (1982). Nach Letzterem fühlte sich García Pelayo vom Kino verlassen und wandte sich dem Zocken zu – nur um heuer, nach dreißig Jahren, noch einmal einen Film zu machen. Anlässlich dieses außerordentlichen Comebacks präsentiert die Viennale die weltweit erste Schau Gonzalo García Pelayos außerhalb Spaniens.

In Anwesenheit von Gonzalo García Pelayo.
Kuratiert von Álvaro Arroba.
Mit herzlichem Dank an das Sevilla Festival de Cine Europeo für die Unterstützung und Kooperation.

 

ALEGRÍAS DE CÁDIZ ist ebenfalls Teil dieses Tributes!