Tribute: Christoph Waltz

Es gab eine Zeit, da kannte man sein markantes Gesicht vorwiegend aus TV-Filmen. Dann entdeckte ihn Quentin Tarantino, der Meister des Eklektischen, für Hollywood. Nun ist Christoph Waltz weltberühmt, ein Star. Nur allzu gern wird er allerdings auf Male- fiz-Figuren aller garstigen Schattierungen reduziert. Mit zwei Oscars (und über 80 weiteren Preisen) ausgezeichnet, hat Christoph Waltz mit seiner ingeniös perfiden Performance in INGLOURIOUS BASTERDS und der ihm auf den Leib geschriebenen Rolle des Dr. King Schultz in DJANGO UNCHAINED das hohe Niveau seiner Schauspielkunst bewiesen. Waltz, 1956 in eine österreichisch-deutsche Burgtheaterfamilie hineingeboren, wurde am Max-Reinhardt-Seminar und an der Lee-Strasberg-Schule in New York als Theaterschauspieler ausgebildet. Seine Darstellung eines renitenten jungen Mannes, der in KOPFSTAND in die Mühlen der Psychiatrie gerät, beweist seine Begabung und Vielseitigkeit ebenso eindrucksvoll wie seine Verkörperung des Schlagerstars Roy Black. Mit Auftritten in den fabelhaften Filmen CARNAGE (als spöttischer Anwalt) und BIG EYES (als Selbstvermarktungskünstler) verbreiterte er gekonnt sein plötzliches Image als skurriler Pulp-Charakter. Warum er die Marksteine nicht früher in seiner Karriere setzen konnte? Wer den sensiblen Revoluzzer in KOPFSTAND sieht, kann es womöglich erahnen.