Special: Broken Sequence. Drei Positionen...

Drei Positionen des aktuellen, unabhängigen Kinos

Nach «Das Rohe und das Gekochte» im vergangenen Jahr präsentiert die Viennale auch in diesem ein dem experimentellen Kino gewidmetes Special Program. «Broken Sequence» versammelt und verbindet, was nicht von Grund auf und bestenfalls lose zusammengehört, aber mit Gewinn zusammengedacht werden kann: Experimentelles, mutiges, durchdachtes, soziopo- litisch und ästhetisch relevantes wie formal eigenständiges, materialbewusstes Kino. Bei allen Unterschieden der künstlerischen Interessenslagen ist fast allen hier vorgestellten Arbeiten gemeinsam, das Publikum in den immanenten reflexiven Prozess verwickeln zu wollen. Mit anderen Worten: Die Men- schen mögen sich doch bitte etwas dazu denken. Angesichts der nur scheinbar beiläufigen Filme des Afroamerikaners Kevin Jerome Everson zu Alltag, Abstraktion und Wahrheit. Angesichts der raffinierten Filme der Amerikanerin Deborah Stratman zu Nationalismus, Freiheit und Wahrheit. Angesichts der vom Ausstellungs- in den Kinoraum gewanderten Arbeiten der österreichischen Medienkünstlerin Dorit Margreiter zu Raum, Wahrnehmung – und Wahrheit. «Watch global, think local», sozusagen.
In anwesenheit von Kevin Jerome Everson, Dorit Margreiter und Deborah Stratman.