Special: Aus Fleisch und Blut

AUS FLEISCH UND BLUT
Austrian Pulp: Genre-Kino aus Wien und anderswo

Während in Italien, Japan oder den USA die weitläufige eigene B-Movie-Historie längst aufgearbeitet wird, harrt das jahrzehntelang naserümpfend verschmähte deutschsprachige Genre- und exploitationkino seiner Entdeckung. Für das Förder- und Autorenkino zu wild, ungestüm und unanständig, für das rein kommerzielle Kino oft zu künstlerisch, experimentierfreudig und eigensinnig, begründet sich gerade in diesem Stiefkindstatus eine ungeahnte erzählerische und formale Freiheit, die viele Filmemacher inspirierte. Eng sind dabei die personellen Verflechtungen zwischen BRD und Österreich, reich das Repertoire an aufregenden, mit Sex & Crime, Zwielicht und Nervenkitzel gewürzten Geschichten. Bislang nur von unabhängigen Liebhaberveranstaltungen wie dem psychotronischen Besonders-wertlos-Festival in Köln, dem cinephilen Hofbauer-Kongress in Nürnberg oder Kultspielstätten wie dem Münchner Werkstattkino gewürdigt, versucht die große Schau sich erstmals in Wien diesem unerhörten, anderen österreichischen Kino umfassend anzunähern. 14 der insgesamt 41 Programme von «Aus Fleisch und Blut» sind im rahmen der Viennale zu sehen.

Eine Filmschau von Filmarchiv Austria, Institut Schamlos und Viennale. Kuratiert von Paul Poet.