Retrospektive

 

O PARTIGIANO!
Paneuropäischer Partisanenfilm

Zwischen den 1940er und den 1980er Jahren entstanden  europaweit Filme – vom  Westen über die neutralen und blockfreien Staaten bis in die Sowjetunion –, die vom bewaffneten zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen den Faschismus erzählten: als „Gründungsmythos“ der jeweiligen Nachkriegsordnung und als Stütze sich neu formierender nationaler (oder paneuropäischer) Identitäten. O PARTIGIANO! erlaubt es erstmals, das Erbe des Partisanenfilms in all seiner ästhetischen Vielfalt und in seinem historisch-  politischen Kontext zu entdecken. Die Bandbreite reicht vom neorealistischen Drama über das bombastische Militärspektakel bis hin zu Musical und Komödie. Was hier sichtbar werden soll, ist weniger ein Genre als eine Idee: wie das Kino über die Blockgrenzen hinweg dazu beiträgt, aus der gemeinsamen Erfahrung der Überwindung des Faschismus und der Gräuel des Naziterrors neue Werte und Identitäten zu schafen. Können wir den Partisanenfilm als eine Art Keimzelle eines europäischen Nachkriegskinos verstehen? Und was bedeutet uns  dieses Kino zu einer Zeit, in der die Grundpfeiler des europäischen Nachkriegsprojektes in Frage gestellt werden und illiberale und autoritäre Rhetorik  zu nehmend an Boden gewinnt?

EIN PROGRAMM VON VIENNALE UND ÖSTERREICHISCHEM FILMMUSEUM
25. Oktober bis 4. Dezember 2019
Österreichisches Filmmuseum, Augustinerstraße 1, 1010 Wien
Tel: 01 533 70 54 • www.filmmuseum.at