Monografie Ala Eddine Slim

 

KINO AN DEN RÄNDERN

Die Arbeiten des in Sousse, Tunesien, geborenen Ala Eddine Slim lassen sich verschiedenen Genres zuordnen: dem Dokumentarfilm, der Videokunst oder – wie seine letzten beiden Langfilme – dem  Erzählkino. Er interessiere sich für ein Kino an den Rändern, erklärt er; ein Interesse, das sich in der  Bedeutsamkeit der von ihm gewählten Themen ebenso wider - spiegelt wie in seiner Handhabung unterschiedlicher Stile. In Slims breit gefächertem Werk kehren einige Leit - motive immer wieder: das Problem der Grenzen, der Militarisierung, der Illegalität, die realen wie die imaginären Territorien, die Einsamkeit und der Rückzug. Ala Eddine Slims erste Kurzfilme entstanden im Kontext der Bildenden Kunst und wurden für Installationen kreiert; 2016 dann erregte er bei den Filmfest spielen in Venedig mit seinem Feature-Debüt AKHER WAHED FINA Aufsehen. So wie dieser Übergang vom Ausstellungsraum in den Kinosaal ist auch Slims filmisches Schafen eines der stetigen Verwandlung – das doch nie die Zusammenhänge aus den Augen verliert. Es ist ein atmosphärisches und an Schauplätzen reiches Kino, kraftvoll und üppig, das politische Gegebenheiten wie filmische Erfahrungen gleichermaßen im Gedächtnis bewahrt.

In Anwesenheit von Ala Eddine Slim.