In Focus: Federico Veiroj

Geschichten vom nützlichen Leben
Der uruguayische Filmemacher Federico Veiroj

Das uruguayische Kino bringt mit schöner regelmäßigkeit Werke hervor, die vom Alltag ihrer Figuren in behutsamen, aber dabei durchaus experimentellen Narrationen erzählen. Dass Federico Veiroj, Jahrgang 1976, gerade erst an einer TV-Dokuserie mit dem Titel «First Person» gearbeitet hat, passt zum Werk des Regisseurs, der sich mit seinen Filmen ganz auf die privaten Erfahrungsräume seiner Personen einlässt. Leise Melancholie und Komödie, ausgebreitet in entspannt  inszenierten, seriellen Miniaturen,  bestimmen Veirojs Kino, in dem die Befindlichkeiten der urbanen Mittelklasse Montevideos ganz beiläufig eingefangen werden. In ACNÉ (2008) erzählt er mit nonchalantem Witz von den Pubertätsnöten eines 13-Jährigen; in LA VIDA ÚTIL (2010) gewährt er einem Kinoprogrammierer der Cinemathek einen fantastischen Entwicklungsmoment; in seinem jüngsten Film feiert er die Regression: eL APÓSTATA (2015) ist eine post-katholische Farce mit einem Credo, das nicht nur für Veirojs Protagonisten gilt: Man ist nie zu alt, um noch Kind zu sein.

In Anwesenheit von Federico Veiroj.