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The Japan Foundation © Gendai Eigasha

RETROSPEKTIVE - YOSHIDA KIJŪ

Zwölf selten gezeigte Werke des japanischen Meisters auf 35mm

Die Viennale freut sich ganz besonders, die diesjährige gemeinsam mit dem Österreichischen Filmmuseum gestaltete Retrospektive dem großen japanischen Regisseur Yoshida Kijū widmen zu können. 

 

© Shochiku
AKITSU ONSEN (AKITSU SPRINGS) © Shochiku
© Viennale
EROSU PURASU GYAKUSATSU (EROS + MASSACRE) © Viennale

Yoshida Kijū (auch: Yoshida Yoshishige) wurde 1933 in Fukui geboren; nach Kriegsende übersiedelt die Familie nach Tokio, wo Yoshida Romanistik studiert, er soll Diplomat werden. Doch er interessiert sich mehr fürs Kino; 1955 wird er beim Studio Shōchiku aufgenommen und lernt dort Ōshima Nagisa kennen, mit dem zusammen er eine Filmzeitschrift gründet. Dadurch wird Kinoshita Keisuke auf den jungen Mann aufmerksam und macht ihn zu seinem Regieassistenten.

1960 gibt Yoshida mit ROKUDENASHI (GOOD FOR NOTHING), einem aufrührerischen Film über orientierungslose Jugend, sein Regiedebüt. 1962 arbeitet er bei dem wuchtigen Melodram AKITSU ONSEN (AKITSU SPRINGS) erstmals mit Okada Mariko zusammen, die seine Ehefrau wird und Protagonistin seiner die japanischen Geschlechterverhältnisse kritisch beleuchtenden Filme. Mit ihr zusammen gründet er 1966 auch die unabhängige Produktionsfirma Gendai Eigasha und legt 1969 mit EROSU PURASU GYAKUSATSU (EROS + MASSACRE) – der gemeinsam mit RENGOKU EROICA (HEROIC PURGATORY) und KAIGENREI (COUP D'ÉTAT) die „Trilogy of Japanese Radicalism“ bildet – eines der zentralen Werke der „Japanese New Wave“ vor. Auch wenn Yoshida selbst den Begriff nie sonderlich schätzte, so gilt er neben Ōshima und Shinoda Masahiro doch als deren wichtigster Vertreter.

Stilistisch wagemutig und inhaltlich immer wieder an Tabus rührend beleuchtet Yoshida in seinen Arbeiten kritisch die Umbrüche der japanischen Gesellschaft vor allem der Sechzigerjahre. Ab Mitte der Siebziger dreht Yoshida nur noch wenige Filme; 1998 veröffentlicht er mit „Ozu Yasujirō no han eiga“ (engl. „Ozu‘s Anti-Cinema“) eine vielbeachtete Analyse des Werks des japanischen Regiemeisters; 2002 entsteht mit KAGAMI NO ONNA-TACHI (WOMEN IN THE MIRROR) sein bislang letzter Film.

Yoshida Kijū
21. Oktober bis 23. November 2022
Ein Programm von Viennale und Österreichischem Filmmuseum (in Kooperation mit dem National Film Archive of Japan).

 

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