V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

MATCH POINT

V' 05

MATCH POINT

Woody Allen
GB, 2004
Spielfilme, 124min, OmdU

MATCH POINT

Woody Allen
GB, 2004
Spielfilme, 124min, OmdU

Darsteller: 
Scarlett Johansson
Nola Rice
Jonathan Rhys Meyers
Chris Wilton
Emily Mortimer
Chloe Hewett Wilton
Matthew Goode
Tom Hewett
Brian Cox
Alec Hewett
Penelope Wilton
Eleanor Hewett
Drehbuch: 
Woody Allen
Ton: 
Peter Glossop
Kamera: 
Remi Adefarasin
Schnitt: 
Alisa Lepselter
Musik: 
Gaetano Donizetti
Giuseppe Verdi
Andrew Lloyd Webber
Carlos Gomes
Gioacchino
Rossini
Georges Bizet
Ausstattung: 
Jim Clay
Kostüm: 
Jill Taylor

Produktion: 
Jada Productions c/o Tenon Group Alexander House, High Street, Inkberron Worcestershire WR7 4DT, Großbritannien T 20 7535 1400
Weltvertrieb: 
Hanway Films 24 Hanway Street London W1T 1UH, Großbritannien T 20 7290 0750, info@hanwayfilms.com
Verleih in Österreich: 
Polyfilm Verleih Margaretenstraße 78, 1050 Wien T 1 581 39 00 20, polyfilm@polyfilm.at
Format: 
35 mm
Farbe

VIENNALE ERÖFFNUNGSGALA Woody Allens Match Point spielt nicht mehr in Manhattan. Allen ist nach London geflüchtet. Oder sagen wir: migriert. Doch wie so oft breitet er auch hier eine Komödie der gutbürgerlichen Manieren aus: Chris Wilton ist Tennislehrer, und weil sich Kundin Chloe Hewett in ihn verliebt, steigt er bald auf im Firmenimperium von Chloes Vater. Unpraktisch nur, dass er Nola Rice verfällt, der Geliebten von Chloes Bruder. Allens Blick auf Britanniens High Society ist notwendigerweise nicht der eines Insiders, sondern ein angelesener, kinogeformter, und der Regisseur hat freimütig gestanden, manche Motive nur eingebaut zu haben, weil sie ihm im Vorbeifahren gefielen. Jedoch: Man soll die Zeichen beachten. Zu Beginn sieht man Chris Wilton Dostojewskis «Schuld und Sühne» lesen und sollte das nicht als hohle Selbstreferenz auf den philosophischen Allen der Siebziger abtun. Match Point wirkt, als sei Allen nicht nur physisch in Europa gelandet, sondern auch zu den europäischen Wurzeln seines Denkens zurückgekehrt. (Hans-Georg Rodek) Woody Allen hat diesmal aus naheliegenden Gründen was sollte er als New Yorker in London? darauf verzichtet, selbst vor der Kamera zu erscheinen. Dennoch spürt man Allens Blick in jeder Einstellung des Films, in den Büchern, die sein Held liest (vor allem «Schuld und Sühne»), und den Opernarien, welche die Handlung kommentieren (und manchmal allzu deutlich vorwegnehmen). Die abgründigste Szene ereignet sich kurz vor Schluss, als der Mörder nachts in der Küche seines Luxusdomizils den Gespenstern seiner beiden Opfer begegnet. Die Unschuld wird gerächt werden, sagen sie, und die Gerechtigkeit wird siegen. Wir wissen, so sollte es sein; aber so geschieht es nicht. Das Ende des Films wirkt in seiner atemberaubenden Bosheit zugleich so unvermeidlich, dass man sich gar keine andere Wendung vorstellen kann. Match Point ist ein vergiftetes Geschenk, wie man es im Kino nur von den wirklichen Meistern bekommt. (Michael Althen)

Top