V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

ENFANT ENDORMI

V' 05

L' ENFANT ENDORMI

Yasmine Kassari
Marokko/B, 2004
Spielfilme, 95min, Omd/fU

L' ENFANT ENDORMI

Yasmine Kassari
Marokko/B, 2004
Spielfilme, 95min, Omd/fU

Darsteller: 
Rachida Brakni
Halima
Mounia Osfour
Zeinab
Aïssa Abdessamie
Amziane
Drehbuch: 
Yasmine Kassari
Ton: 
Henri Morelle
Madone
Kamera: 
Yorgos Arvanitis
Schnitt: 
Susana Rossberg
Musik: 
Armand Amar
Koussan Achod
Kostüm: 
Yasmine Kassari

Produktion: 
Les Films de la Drève 7 ruelle de France 4651 Battice, Belgien T 87 78 35 95 dreve@skynet.be
Weltvertrieb: 
Les Films de la Drève 7 ruelle de France 4651 Battice, Belgien T 87 78 35 95, dreve@skynet.be
Format: 
35 mm
Farbe

In einem abgelegenen marokkanischen Dorf im Nordosten des Landes feiert man die Hochzeit der jungen Zeinab. Am nächsten Tag muss sie erleben, wie ihr Ehemann abreist, um in Europa Arbeit zu suchen. Wann er wiederkehrt, ist unklar, als klar gilt, dass Zeinab schwanger ist. Auf den Mann wartend macht die junge Frau etwas, das in ihrer Heimat einer alten Tradition entspricht: Sie lässt einem Ritual folgend das ungeborene Kind in ihrem Körper «schlafen» in der Hoffnung, dass der Vater eines Tages wieder kommen möge und sie dann gemeinsam das Kind zur Welt bringen können. Yasmine Kassari stellt die Frage, was mit den zurückgelassenen Frauen geschieht, und erzählt von diesem maghrebinischen Brauch, der sinnbildlich für deren Situation steht. Ich habe einen Mythos genommen, der seit Urzeiten existiert, insbesondere im Magh-reb. Dieser Mythos interessierte mich in dem Sinn, als er Sinnträger sein konnte für das, was ich erzählen möchte. Was mich interessiert, ist weniger die soziologische oder anthropologische Lektüre des Mythos, als vielmehr sein metaphorischer Gehalt. Dieser Film stellt die Frauenfiguren in den Vordergrund, aber bevor ich von diesen Frauen sprach, hatte ich einen Film über Männer gemacht: Quand les hommes pleurent . Ich glaube nicht, dass L Enfant endormi ein Film ist, der stärker auf die Frauen fokussiert ist als auf die Männer. Tatsächlich existieren die Männer hier kraft ihrer Absenz. Sie sind ständig außerhalb des Bildes. Ich habe diesen Film gemacht, um über den Stand der Dinge zu reden, den Stand des Körperlichen, der die Männer genauso betrifft wie die Frauen. Das Schlafenlassen geschieht in Kenntnis aller Betroffenen, die Männer tragen genausoviel dazu bei wie die Frauen. (Yasmine Kassari)

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