V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

In Focus: Tariq Teguia

Mit drei Werken in sieben Jahren, kulminierend in THWARA ZANJ, etablierte sich der 1966 in Algier geborene Tariq Teguia als außerordentlicher, politisch wach(sam)er wie ästhetisch wagemutiger Autorenfilmer des modernen Kinos. Ausgangspunkt seines Schaffens, der Reisen, Fluchten, Suchen, von denen er stets erzählt, ist Teguias Geburtsland. Verortet aber ist es in einem Raum, den die Wege der arabischen Kultur(en) durch die Jahrtausende beschritten – eine Geisteslandschaft, die sich über den Nahen Osten, Afrika und Europa erstreckt. Entsprechend vielgestaltig sind seine filmhistorischen Referenzen, zu nennen wären zuvorderst: Robert Frank und Djibril Diop-Mambéty; aber auch ein Solitär wie Faruq Balufa, mit dessen einzigem Langfilm, NAHLA (1979), THWARA ZANJ ein leises Gespräch führt über panarabische Träume und woran diese zu oft zerschellen. Gemein ist ihnen allen, was sich schon in den beiden Kurzfilmen FERRAILLES D’ATTENTE und HAÇLA andeutet, um sich dann in den gefeierten Spielfilmen ROMA WA LA N’TOUMA und GABBLA fein-prächtig zu entfalten: eine Faszination für fragmentarische Formen, eine Liebe zum Spiel mit Laien, eine Freude an der Zuspitzung, Stilisierung von Figuren und Szenen. Teguia gelingt damit etwas Rares: ein politisch notwendiges, aufklärerisches Kino, welches zugleich hochreflektiert und kämpferisch ist.

In Anwesenheit von Tariq Teguia.

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