Filmtipps für den 6. November

CAMILLE CLAUDEL 1915

"Irrenanstalten sind Häuser, die gemacht sind, um absichtlich Leiden zu verursachen...Ich kann die Schreie dieser Kreaturen nicht mehr länger aushalten." Camille Claudel in einem Brief an ihren Bruder Paul Claudel.

Bruno Dumont entwickelte das Drehbuch für diesen Film ausschließlich auf Basis von Camille Claudels Krankheitsakte bzw. der brieflichen Konversation mit ihrem Bruder Paul, um sich der Figur jenseits von Vorurteil und Mythos auf einer persönlichen Ebene anzunähern. Mit hoher Präzision und Eingängigkeit verkörpert Juliette Binoche die Bildhauerin, die mehr als 30 Jahre ihres Lebens - gegen ihren Willen - in psychiatrischen Anstalten zubrachte. Daraus fügt sich das Porträt einer Frau, deren Streben nach Autonomie durch den Zwang eines rigiden Systems erstickt wird und deren ausweglose Situation fühlbar wird.

Mittwoch, 6. Novemer - 11h, Gartenbaukino

 

LOCKE

Gerade durch die außergewöhnliche Reduziertheit seiner Mittel entwickelt LOCKE Tiefgang und Vielschichtigkeit: Zuerst wissen wir nicht allzuviel vom Leben des Baustellenleiters Ivan Locke, der nach der Arbeit in seinem Wagen durch die Nacht fährt. Auf der M6 von Birmingham nach London geht die Reise, und einige Anrufe später, die wir über die Freisprecheinrichtung mithören, kristallisiert sich zunehmend ein Bild dieses Mannes, der da hin- und hergerissen ist zwischen seiner Familie und einer anderen Frau - aber auch zwischen Privatleben und Job. Während die Gespräche auf akustischer Ebene die Beziehungsgeflechte offenlegen, bleibt die Kamera fast ausschließlich auf Hauptdarsteller Tom Hardy ausgerichtet, der mit seiner schauspielerischen Glanzleistung eine weitere Empfehlung für dieses Kammerspiel auf Rädern ausspricht.

Mittwoch, 6. Novemer - 23.30h, Gartenbaukino

 

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