OÙ GÎT VOTRE SOURIRE ENFOUI?

V' 05

OÙ GÎT VOTRE SOURIRE ENFOUI?

WHERE HAS YOUR HIDDEN SMILE GONE? / WO LIEGT EUER LÄCHELN BEGRABEN?

Pedro Costa
P/F, 2001
104min, OmeU

OÙ GÎT VOTRE SOURIRE ENFOUI?

Pedro Costa
P/F, 2001
, 104min, OmeU

Mit: 
Danièle Huillet
Jean-Marie Straub
Drehbuch: 
Pedro Costa
Thierry Lounas
Ton: 
Matthieu Imbert
Kamera: 
Pedro Costa
Jeanne Lapoirie
Schnitt: 
Dominique Auvray
Patrícia Saramago

Produktion: 
Contracosta Produções, Lda.
Weltvertrieb: 
Contracosta Produções, Lda. Travessa da Pereira Nº16 A, Porta B 1170-313 Lissabon, Portugal T 21 886 03 93, contracosta@contracosta.pt
Format: 
35 mm
Farbe und Schwarz/Weiß

Im November 1999 gaben Jean-Marie Straub und Danièle Huillet auf Einladung von Le Fresnoy, dem Ausbildungszentrum für zeitgenössische Kunst in Tourcoing, einer Handvoll Studenten Unterricht in Montage. Für sie bedeutete es die Gelegenheit, eine dritte Version ihres Films Sicilia! zu erstellen. Diese «Antikurse» stehen im Mittelpunkt dieses Porträts, das Pedro Costa drehte. «Bei der Montage muss man die Mechanik hinter sich lassen, um die Details zu bearbeiten. Man muss viel entfernen, darf keine Angst haben, in die Materie zu schneiden, muss zu Chaplins Rhetorik zurückfinden: mit der Bewegung beginnen und mit dem Ende der Bewegung schließen, der Handlung gemäß schneiden, in dem Sekundenbruchteil aufhören, in dem sie innehält. Eine Rhetorik der Notwendigkeit. Es gibt einen Moment, in dem man die Ecken glätten, Stimmen entfernen oder, im Gegenteil, großzügig sein muss. Eine Frage der Atmung», so Straub. Zu früh, zu spät? Das ist die Frage, die sich die Straubs bei der Montage unentwegt stellen. Danièle Huillet sitzt am Schneidetisch, legt Bild- und Tonrollen ein. Mit dem Film beim Schneiden ebenso respektvoll umgehen wie beim Drehen mit den Orten: erste Straubsche Lektion. Hinter Danièle ist Jean-Marie ganz Ohr. Mit seiner Hand begleitet er die kleine Musik der Stimmen. Hier tauschen sie die Rollen, die sie beim Drehen innehaben, wenn Jean-Marie sich auf das Bild konzentriert und Danièle auf die Diktion. «Beim Schneiden sind sie Regisseur und Cutterin», so Pedro Costa. «Er weigert sich, beim Schneiden zuzusehen und verlässt den Raum. Er kommt erst zurück, um das Kino entstehen zu sehen, die Dauer zu spüren.» Costa hält sich mit seiner winzigen Digitalkamera im Hintergrund, stellt keine Fragen. Er weiß, dass man nicht stören darf, verhält sich diskret wie eine Fliege an der Wand: «Bei der Dokumentation über die Straubs schöpfe ich Atem. Ist das Urlaub für mich oder eine Lehre? Ich weiß es nicht mehr. Aber für meine Arbeit ist das, was sie zur Montage lehren, in erster Linie eine Lektion in Toleranz.» (Philippe Azoury)