NUE PROPRIÉTÉ

V'06

NUE PROPRIÉTÉ

PRIVATBESITZ

Joachim Lafosse
B/F/LUX, 2006
Spielfilme, 105min, OmdU

NUE PROPRIÉTÉ

Joachim Lafosse
B/F/LUX, 2006
Spielfilme, 105min, OmdU

Mit: 
Isabelle Huppert
Jérémie Rénier
Yannick Renier
Kris Cuppens
Raphaëlle Lubansu
Patrick Deschamps
Didier De Neck
Drehbuch: 
Joachim Lafosse
François Pirot
Ton: 
Benoit de Clerck
Kamera: 
Hichame Alaouie
Schnitt: 
Sophie Vercruysse
Ausstattung: 
Régine Constant
Anna Falguères
Kostüm: 
Nathalie du Roscoat

Produktion: 
Tarantula Belgique 112 rue Auguste Donnay 4000 Liège, Belgien T 4 225 90 79, office@tarantula.be
Weltvertrieb: 
Films Distribution 20 rue Saint Augustin 75002 Paris, Frankreich T 1 53 10 33 99 wisnia@filmsdistribution.com
Verleih in Österreich: 
Stadtkino Filmverleih Spittelberggasse 3 1070 Wien T 1 522 48 14 office@stadtkino.at
Format: 
35 mm
Farbe

Pascale lebt mit ihren zwei Söhnen, den zweieiigen Zwillingen Thierry und François, auf einem alten restaurierten Bauernhof. Obwohl sie den beiden sehr nahe steht, sehnt sie sich nach einer Veränderung in ihrem Leben. Ihr Traum, die Arbeitsstelle aufzugeben, das Haus zu verkaufen und sich zusammen mit ihrem Freund, dem Nachbarn Jan, selbstständig zu machen, stößt bei den Söhnen, insbesondere bei Thierry, auf starke Ablehnung. Und Thierrys Auseinandersetzungen mit seiner Mutter belasten auch das Verhältnis der beiden Brüder zueinander. Als Pascale die Situation schließlich nicht mehr ertragen kann, zieht sie vorübergehend aus und lässt die beiden alleine im Haus zurück. Während François vermehrt Partei für seine Mutter ergreift, wächst Thierry in die Rolle seines Vaters. Anfängliche noch harmlose Sticheleien weiten sich bald aus zu einem handfesten und folgenschweren Streit. Die ihren Exmann hassende Mutter macht nicht mal mehr die Tür zur Toilette zu, und die Söhne, die sich dem Erwachsenwerden und der Verantwortung verweigern, sind ihr gegenüber so respektlos geworden, dass sie sie zensieren oder auslachen. Aber diese Mutter löst dann mit ihrem Versuch, wieder ein eigenes Leben zu führen und das Haus zu verkaufen, ein Familiendrama aus, bei dem aus Feindseligkeiten schließlich Gewalt wird. Und dann, als es schon zu spät sein könnte, kommt auch die Kamera ein wenig in Bewegung und die Beteiligten vielleicht ein wenig zur Besinnung, sodass sie jetzt möglicherweise bereit sind, den anderen jenen Raum zu gewähren, den der Titel als «Privatbesitz» deklariert. Das Problem sei, dass man alle verstehen könne, dass alle ihre Gründe hätten, hat der große Jean Renoir mal gesagt. Joachim Lafosse führt dies in seinem exzellent gespielten Film vor, ganz unsentimental, aber mit einer so großen Aufmerksamkeit für seine Protagonisten, dass man fast von Zärtlichkeit sprechen könnte. (Rupert Koppold)