LIEBE IST KÄLTER ALS DER TOD

V'06

LIEBE IST KÄLTER ALS DER TOD

LOVE IS COLDER THAN DEATH

Rainer Werner Fassbinder
BRD, 1969
85min, OmeU

LIEBE IST KÄLTER ALS DER TOD

Rainer Werner Fassbinder
BRD, 1969
, 85min, OmeU

Mit: 
Ulli Lommel
Hanna Schygulla
Rainer Werner Fassbinder
Hans Hirschmüller
Katrin Schaake
Peter Berling
Hannes Gromball
Gisela Otto
Ingrid Caven
Ursula Strätz
Irm Hermann
Drehbuch: 
Rainer Werner Fassbinder
Kamera: 
Dietrich Lohmann
Schnitt: 
Franz Walsch (Rainer Werner Fassbinder)
Musik: 
Holger Münzer
Peer Raben
Ausstattung: 
Rainer Werner Fassbinder
Ulli Lommel

Produktion: 
antitheater-X-Film
Weltvertrieb: 
Rainer Werner Fassbinder Foundation Giesebrechtstraße 7 10629 Berlin, Deutschland T 30 88 72 49 0 info@fassbinderfoundation.de
Format: 
35 mm
Schwarz/Weiß

Franz, ein kleiner Zuhälter (gespielt von Fassbinder selbst), wird von einem Gangstersyndikat festgehalten. Er soll für sie arbeiten, doch auch Gewalt und Drohungen stimmen ihn nicht um. Franz will unabhängig bleiben, frei sein. Er wohnt bei dem Mädchen Johanna, die er auf den Strich schickt. Ein armseliges Zusammenspiel des Überlebens, in das Bruno, ein Spitzel des Syndikats, einbricht. Fassbinders erster Spielfilm ist deutlich von Vorbildern abhängig, die aber nicht immer von ihm selbst eingebracht wurden: Den Hut aus Melvilles Le Samourai beispielsweise, den dort Alain Delon trägt, hat Lommel selbst für sich ausgesucht. Die Vorliebe für den Gangsterfilm überhaupt - die Vorstadt-Szenerie, die an den frühen Godard gemahnt, der insistierende Blick der Kamera, der an Straub erinnert - verweisen auf Vorbilder und Anregungen, die Fassbinder selbst und dem «antitheater»-Team damals wichtig waren. (...) Aus all diesen Versatzstücken und Zitaten wurde indes ein persönlicher Film, der sich auch von vergleichbaren Arbeiten anderer junger Regisseure der Zeit unterscheidet: Er ist schäbiger, trostloser und noch hollywoodferner. (Werner Roth) Was übrig bleibt, wenn man diesen Film gesehen hat, das ist nicht, dass hier jemand sechs Leute ermordet hat, dass es hier ein paar Tote gegeben hat, sondern dass hier arme Leute waren, die nichts mit sich anfangen konnten, die einfach so hingesetzt wurden, wie sie sind, und denen keine Möglichkeit gegeben wurde - so weit wollen wir da gar nicht gehen -, die einfach keine haben, die schlichtweg keine Möglichkeit haben. Das ist meiner Ansicht nach das, was übrig bleibt. Denn die anderen, die Szenen ohne Gewalttätigkeit, sind ungeheuer viel länger. Das sind etwa 70 Minuten gegen nur zehn Minuten Totschlag. (Rainer Werner Fassbinder)