KAZOKU GêMU

V'03

KAZOKU GêMU

Familienspiele

Morita Yoshimitsu
Japan, 1983
107min, OmeU

KAZOKU GêMU

Morita Yoshimitsu
Japan, 1983
, 107min, OmeU

Mit: 
Matsuda Yûsaku
Yoshimoto
Itami Jûzô
Numata Kôsuke/Vater
Yuki Saori
Numata Chikako/Mutter
Miyakawa Ichirôta
Numata Shigeyuki/jüngerer Bruder
Tsujita Junichi
Numata Shinichi/älterer Bruder
Satô Mayumi
Yamashita Mieko
Okamoto Kaori
Miekos Schwester
Shirakawa Kazuko
Miekos Mutter
Sasaki Shirô
Miekos Vater
Matsukane Yoneko
Shigeyukis Englischlehrerin
Tsuruta Shinobu
Shinichis Englischlehrer
Itô Katsunobu
Japanischlehrer
Katô Yoshihiro
Turnlehrer
Togawa Jun
Nachbarin
Doi Kôichirô
Tsuchiya Yutaka
Uemura Takuya
Mitsui Jun
Maekawa Asako
Takami Yuriko
Watanabe Tomomi
Kimura Masami
Matsuno Mayuko
Hamamoto Michiko
Nakamori Izumi
Kikuchi Yasuko
Ogawa Takahiro
Shibata Tomoyuki
Shimizu Kentarô
junger Lehrer
Aki Yôko
Yoshimotos Freundin

Produktion: 
Nikkatsu, New Century Producers, Art Theatre Guild of Japan
Weltvertrieb: 
Verleih in Österreich: 
35mm/1:1,33/Farbe

1. Das Bild: Eine vierköpfige Familie sitzt nebeneinander an einem langen Tisch beim Essen. Ihre Essensvorlieben, ihre Art zu essen und die Geräusche, die sie beim Essen machen, sind extrem übertrieben. Der Film wirkt auf die Zuseher schon zu Beginn befremdlich. Er reißt die in den Fernsehdramen übliche und stets nach dem gleichen Muster konzipierte Darstellungsweise von Menschen und Dingen beim Essen nieder und erreicht durch «Verfremdung», dass die sonst unsichtbaren Beziehungen bzw. Sprünge zwischen den Menschen sowie zwischen den Menschen und den Dingen erkennbar werden. 2. Der Film weist einen Stil auf, der deutlich die besondere Sichtweise des Regisseurs, seine Art zu denken und zu fühlen widerspiegelt, etwa in der stilisierten Struktur, dem Verzicht auf Musik und der Betonung von Umgebungsgeräuschen oder in der Monotonie der Dialoge, die keinerlei Leidenschaft spüren lassen. Dieser Stil ist äußerst intellektuell und kritisch, beim Zuseher ruft er zunächst aber ein physisches Empfinden hervor, ähnlich dem Gefühl, das man verspürt, wenn man etwas zwischen den Zähnen stecken hat und es nicht wegbekommt, oder wenn man mit Zelluloid an der Oberfläche eines Glases kratzt. 3. Die Logik wird physiologisiert, und die Physiologie theoretisiert. Intellekt und Empfindung gehen Hand in Hand, und zwischen Methode und Ausdruck bleibt kein Zwischenraum offen. 4. Das Gegenteil von Heim ( katei/home ) ist wohl der Fremde ( tasha / stranger ). Dass der Hauslehrer mit dem Boot kommt, zeigt deutlich die Absicht des Autors, ihn als Fremden (einer von außen, ein Fremdling, ein Ausländer) zu betrachten. Schon immer war der von fern kommende Fremdling ein Eindringling in den Alltag und ein Provokateur.